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Bipolare Störung. Was ist sie und wie äußert sie sich?

Die bipolare Störung ist eine psychische Erkrankung, die durch extreme Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist, darunter Phasen mit gehobener Stimmung (Manie oder Hypomanie) und Phasen mit gedrückter Stimmung (Depression).

Diese Stimmungsschwankungen können den Schlaf, das Energieniveau, das Verhalten und die Fähigkeit, klar zu denken, beeinträchtigen und in ihrer Ausprägung von leicht bis schwer variieren.

Bipolare Störung – was ist sie und wie äußert sie sich? Diana / Pexels

Arten der bipolaren Störung

Bipolare Störung Typ I

Sie umfasst Phasen schwerer Manie, die mindestens 7 Tage andauern oder eine stationäre Behandlung erfordern, häufig begleitet von depressiven Episoden, die mindestens 2 Wochen dauern. Die manischen Episoden bei Bipolar I können extrem sein und psychotische Symptome einschließen.

Bipolare Störung Typ II

Sie ist gekennzeichnet durch ein Muster aus depressiven Episoden und hypomanischen Episoden (weniger schwerwiegend als eine vollständige Manie), ohne die extremen manischen Episoden, die bei Bipolar I auftreten. Hypomanie kann zu gehobener Stimmung, gesteigerter Produktivität und Energie führen, ist jedoch weniger beeinträchtigend als eine Manie.

Zyklothyme Störung (Zyklothymie)

Sie umfasst Phasen mit hypomanischen Symptomen und weniger schweren, kürzer andauernden depressiven Symptomen über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren (1 Jahr bei Kindern und Jugendlichen). Die Stimmungsschwankungen sind nicht so intensiv wie bei Bipolar I oder II, können jedoch dennoch belastend sein.

Manische oder hypomanische Episoden

• Gesteigerte Energie und Aktivität: ungewöhnlich lebhaft oder energiegeladen fühlen
• Gehobene Stimmung: Euphorie, Reizbarkeit oder extreme Unruhe
• Vermindertes Schlafbedürfnis: Gefühl, nach nur wenigen Stunden Schlaf ausgeruht zu sein
• Schnelles Denken und Sprechen: rasende Gedanken, Schwierigkeiten, konzentriert zu bleiben
• Impulsivität: riskantes Verhalten, übermäßige Ausgaben oder schlechte Entscheidungen

Depressive Episoden

• Anhaltende Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit: die meiste Zeit des Tages niedergeschlagen fühlen
• Interessenverlust: mangelndes Interesse an Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben
• Müdigkeit: geringe Energie und Gefühl von Trägheit
• Gefühle von Wertlosigkeit oder Schuld: starke Selbstvorwürfe oder Reue
• Veränderungen von Schlaf und Appetit: zu viel oder zu wenig Schlaf, deutliche Gewichtsveränderungen
• Suizidgedanken: Gedanken oder Planung von Suizid

Ursachen und Risikofaktoren

Es wird angenommen, dass die bipolare Störung durch eine Kombination aus genetischen, biologischen und umweltbedingten Faktoren verursacht wird:

Genetik: Die bipolare Störung tritt häufig familiär gehäuft auf.

Gehirnstruktur und -chemie: Abweichungen in der Gehirnfunktion und Ungleichgewichte von Neurotransmittern können eine Rolle spielen.

Umweltfaktoren: Belastende Lebensereignisse, Traumata oder bedeutende Veränderungen (z. B. der Verlust einer nahestehenden Person) können Stimmungsepisoden auslösen.

Behandlungsoptionen

Die bipolare Störung ist eine lebenslange Erkrankung, kann jedoch durch eine geeignete Behandlung wirksam kontrolliert werden:

Medikamente:
Stimmungsstabilisatoren – Lithium ist ein häufiger Stimmungsstabilisator, der hilft, manische und depressive Episoden zu kontrollieren.
Antipsychotika – werden zur Behandlung schwerer Manie oder Depression eingesetzt (z. B. Quetiapin, Olanzapin).
Antidepressiva – werden manchmal in Kombination mit Stimmungsstabilisatoren zur Behandlung depressiver Episoden eingesetzt, müssen jedoch sorgfältig überwacht werden, um das Auslösen einer Manie zu vermeiden.
Antikonvulsiva – Medikamente wie Valproat und Lamotrigin werden häufig als Stimmungsstabilisatoren eingesetzt.

Psychotherapie:
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) – hilft beim Umgang mit negativen Denk- und Verhaltensmustern.
Interpersonelle und soziale Rhythmustherapie (IPSRT) – konzentriert sich auf die Stabilisierung täglicher Routinen und des Schlaf-Wach-Rhythmus, was helfen kann, Stimmungsschwankungen vorzubeugen.
Familientherapie – bezieht Familienmitglieder in die Behandlung ein, um Kommunikation und Unterstützung zu verbessern.

Lebensstil:
Geregelte Routine – Einhaltung eines konstanten Schlafplans, strukturierter Tagesabläufe und eines ausgewogenen Lebensstils.
Gesunde Ernährung und Bewegung – regelmäßige körperliche Aktivität und eine nährstoffreiche Ernährung können die Stimmungsstabilität fördern.
Stressmanagement – Achtsamkeitsübungen, Entspannungstechniken und das Vermeiden von Auslösern.

Unterstützungsnetzwerke:
Selbsthilfegruppen – der Austausch mit anderen Betroffenen kann Verständnis und Ermutigung bieten.

Aufklärung: Das Erlernen von Wissen über die Störung kann Patientinnen und Patienten sowie ihren Familien helfen, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und Symptome besser zu bewältigen.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 28/08/2024

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