Trennungsangst ist eine psychische Störung, die durch übermäßige Angst oder Furcht vor der Trennung von Bezugspersonen, meist Eltern oder Betreuungspersonen, gekennzeichnet ist.
Obwohl es bei kleinen Kindern üblich ist, ein gewisses Maß an Trennungsangst zu erleben – insbesondere im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren – geht die Trennungsangst über das hinaus, was als typisch gilt. Sie kann bei Kindern, Jugendlichen und sogar Erwachsenen auftreten, wird jedoch am häufigsten bei Kindern diagnostiziert.
• Ausgeprägter Distress: starke Angst oder erheblicher Leidensdruck beim Antizipieren oder Erleben der Trennung von zu Hause oder von nahestehenden Personen
• Sorgen um die Bezugspersonen: anhaltende Angst, dass der Bezugsperson etwas Schlimmes zustoßen könnte (z. B. Krankheit, Unfall)
• Widerwillen, allein zu sein: starke Ablehnung, allein zu Hause zu bleiben oder sich in Situationen zu befinden, in denen die Bezugsperson nicht anwesend ist
• Albträume über Trennung: häufige belastende Träume mit Trennungsthemen
• Körperliche Symptome: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder andere körperliche Beschwerden beim Antizipieren oder Erleben der Trennung
• Vermeidung von Aktivitäten: Weigerung, zur Schule zu gehen, an sozialen Veranstaltungen oder sogar an Übernachtungen teilzunehmen, aus Angst vor der Trennung von Bezugspersonen
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Genetik: Eine familiäre Vorgeschichte von Angststörungen kann das Risiko erhöhen.
Temperament: Kinder mit einem von Natur aus ängstlichen oder schüchternen Temperament sind möglicherweise stärker gefährdet.
Traumatische Ereignisse: Der Verlust einer nahestehenden Person, größere Veränderungen wie ein Umzug oder das Erleben belastender Situationen (z. B. Scheidung) können die Störung auslösen.
Überbehütender Erziehungsstil: Übermäßig schützende Erziehungsstile können zur Entwicklung von Trennungsangst beitragen.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Die KVT hilft Betroffenen, negative Denkmuster im Zusammenhang mit Trennung zu erkennen und zu verändern.
Expositionstherapie: Eine schrittweise und kontrollierte Konfrontation mit Trennungssituationen kann helfen, die Angst im Laufe der Zeit zu reduzieren.
Familientherapie: Dieser Ansatz beinhaltet die Arbeit mit der Familie, um Dynamiken zu verändern, die zur Angst beitragen können.
Medikamente: In einigen Fällen können Antidepressiva oder angstlösende Medikamente verschrieben werden, insbesondere wenn eine alleinige Therapie nicht ausreicht.
Entspannungstechniken: Techniken wie tiefe Atmung, Achtsamkeit und Meditation können helfen, Angstsymptome zu bewältigen.