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Anorexia nervosa – Wie äußert sie sich?

Anorexia nervosa, allgemein als Anorexie bezeichnet, ist eine schwere Essstörung, die durch eine intensive Angst vor Gewichtszunahme und ein verzerrtes Körperbild gekennzeichnet ist.

Menschen mit Anorexie schränken ihre Nahrungsaufnahme auf ein gefährliches Maß ein, was zu starkem Gewichtsverlust und Mangelernährung führt. Dieser Zustand kann lebensbedrohliche körperliche und psychische Folgen haben.

Anorexia nervosa – Wie äußert sie sich? Elena Leya / Unsplash

Zentrale Symptome der Anorexia nervosa

Extremer Gewichtsverlust: ein deutlich zu niedriges Körpergewicht im Verhältnis zu Alter, Körpergröße und Gesundheitszustand. Trotz Untergewicht empfinden sich Betroffene häufig als übergewichtig.

Starke Beschäftigung mit Essen, Gewicht und Diäten: ständige Gedanken an Nahrung, Kalorien und Diäten; Betroffene zählen oft zwanghaft Kalorien, kontrollieren Portionen oder entwickeln Essrituale (z. B. das Zerschneiden von Lebensmitteln in sehr kleine Stücke).

Verzerrtes Körperbild: eine gestörte Wahrnehmung der eigenen Körpergröße und -form, häufig mit dem Gefühl, „dick“ zu sein, obwohl Untergewicht vorliegt.

Intensive Angst vor Gewichtszunahme: eine irrationale Furcht, zuzunehmen, selbst wenn bereits ein gefährliches Untergewicht besteht.

Übermäßige körperliche Aktivität: zwanghaftes Sporttreiben zur Kalorienverbrennung, oft über ein gesundes oder sicheres Maß hinaus.

Vermeidung von Essen: Verweigerung des Essens in der Öffentlichkeit, Auslassen von Mahlzeiten oder extreme Nahrungsrestriktion.

Körperliche Symptome

• Müdigkeit, Schwindel, Ohnmacht, Haarausfall, brüchige Nägel, trockene Haut und Kälteempfindlichkeit
• Bei Frauen: Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe)
• Niedriger Blutdruck, verlangsamter Herzschlag und andere potenziell schwere Komplikationen

Formen der Anorexia nervosa

Restriktiver Typ

Der Gewichtsverlust erfolgt hauptsächlich durch Diäten, Fasten und übermäßige körperliche Aktivität. Episoden von Essanfällen oder kompensatorischem Verhalten treten kaum oder gar nicht auf.

Binge-Eating-/Purging-Typ

Betroffene zeigen Episoden von Essanfällen, gefolgt von kompensatorischen Maßnahmen wie selbstinduziertem Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, Diuretika oder Einläufen.

Ursachen und Risikofaktoren

Es wird angenommen, dass Anorexia nervosa durch ein komplexes Zusammenspiel genetischer, biologischer, psychologischer und umweltbedingter Faktoren entsteht:

Genetische Faktoren: Eine familiäre Vorbelastung mit Essstörungen, Depressionen oder Angststörungen erhöht das Risiko.

Persönlichkeitsmerkmale: Eigenschaften wie Perfektionismus, zwanghafte Tendenzen oder ein hohes Angstniveau sind häufig.

Gesellschaftlicher und kultureller Druck: Kulturelle Ideale von Schlankheit und Schönheit können zur Entstehung der Erkrankung beitragen.

Trauma und Stress: Erlebte Traumata, Mobbing oder belastende Lebensereignisse können Auslöser sein.

Behandlungsoptionen

Medizinische Betreuung und Überwachung: Die Behandlung beginnt häufig mit der Stabilisierung akuter medizinischer Probleme wie Mangelernährung, Elektrolytstörungen und anderen Folgen des starken Gewichtsverlusts.

Psychotherapie:
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) – fokussiert auf die Veränderung verzerrter Gedanken und Verhaltensweisen in Bezug auf Körperbild, Essen und Gewicht.
Familientherapie – besonders wirksam bei Jugendlichen; die Familie wird aktiv in den Genesungsprozess einbezogen.
Interpersonelle Therapie (IPT) – behandelt zwischenmenschliche Probleme, die zur Essstörung beitragen können.

Ernährungsberatung: umfasst die Entwicklung eines gesunden Ernährungsplans, Aufklärung über ausgewogene Ernährung und die Wiederherstellung regelmäßiger Essmuster.

Medikamente: Es gibt keine spezifischen Medikamente zur Behandlung der Anorexie selbst; Antidepressiva, angstlösende oder andere psychiatrische Medikamente können jedoch zur Behandlung begleitender Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen eingesetzt werden.

Stationäre Behandlung: In schweren Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein, um das Gewicht zu stabilisieren, medizinische Komplikationen zu behandeln und intensive therapeutische Unterstützung zu bieten.

Komplikationen

Anorexie kann zu schweren langfristigen Gesundheitsproblemen führen, darunter:

• Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz
• Verlust der Knochendichte (Osteoporose) mit erhöhtem Frakturrisiko
• Muskelabbau und allgemeine Schwäche
• Unfruchtbarkeit und reproduktive Störungen
• Schwere Mangelernährung mit Beeinträchtigung der Organfunktionen

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 28/08/2024

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