Störungen des sexuellen Verlangens bei Frauen, auch bekannt als weibliche Störung des sexuellen Interesses bzw. der sexuellen Erregung, beziehen sich auf ein vermindertes sexuelles Verlangen oder Interesse an sexueller Aktivität, das zu erheblichem Leidensdruck oder zwischenmenschlichen Schwierigkeiten führt.
Diese Störung kann die allgemeine Lebensqualität, das Selbstwertgefühl und die Beziehungen einer Frau beeinträchtigen. Es handelt sich um eine komplexe Erkrankung, die psychologische, biologische und soziale Faktoren umfasst.
• Mangel an sexuellem Verlangen
• Anhaltendes oder wiederkehrendes Fehlen sexueller Gedanken, Fantasien oder des Wunsches nach sexueller Aktivität
• Geringes Interesse an sexueller Aktivität, entweder mit einem Partner oder bei der Selbststimulation (Masturbation)
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• Fehlendes oder deutlich vermindertes sexuelles Interesse oder sexuelle Erregung
• Geringe oder fehlende Reaktion auf sexuelle Reize, wie verbale oder körperliche Signale eines Partners
• Geringes oder fehlendes sexuelles Lustempfinden während sexueller Aktivität
• Schwierigkeit oder Unfähigkeit, sexuell erregt zu werden oder die Erregung während sexueller Aktivität aufrechtzuerhalten
• Anhaltende oder wiederkehrende Belastung, Frustration oder Unzufriedenheit im Zusammenhang mit dem mangelnden sexuellen Verlangen
Lebenslang bestehende primäre Störung des sexuellen Verlangens
Die Frau hatte schon immer ein geringes sexuelles Verlangen.
Erworbene (sekundäre) Störung des sexuellen Verlangens
Die Frau hatte zuvor ein normales sexuelles Verlangen, erlebte jedoch eine Abnahme.
Generalisierte Störung des sexuellen Verlangens
Das mangelnde sexuelle Verlangen tritt in allen Situationen auf, unabhängig von Art der Stimulation oder vom Partner.
Situative Störung des sexuellen Verlangens
Das mangelnde Verlangen tritt nur in bestimmten Situationen auf, z. B. mit bestimmten Partnern oder in bestimmten Kontexten.
Psychologische Faktoren
Stress, Angst oder Depression: Psychische Erkrankungen können das sexuelle Verlangen erheblich beeinträchtigen.
Niedriges Selbstwertgefühl oder Probleme mit dem Körperbild: Negative Selbstwahrnehmungen können das sexuelle Interesse verringern.
Frühere Traumata oder Missbrauch: Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch oder Traumata können zu Aversion oder Desinteresse gegenüber sexueller Aktivität führen.
Beziehungsprobleme: Mangelnde Kommunikation, fehlende emotionale Nähe, ungelöste Konflikte oder Untreue können das sexuelle Verlangen reduzieren.
Kulturelle oder religiöse Überzeugungen: Gesellschaftliche oder religiöse Einstellungen zu Sexualität können die Wahrnehmung des sexuellen Verlangens beeinflussen.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Kann helfen, zugrunde liegende psychologische Probleme wie Angst, Depression oder negative Überzeugungen über Sexualität zu bearbeiten.
Sexualtherapie: Konzentriert sich auf die Verbesserung der sexuellen Kommunikation, die Bearbeitung sexueller Ängste und die Förderung der Intimität mit einem Partner.
Paartherapie: Kann helfen, Beziehungsprobleme zu lösen, die zum verminderten sexuellen Verlangen beitragen.
Medizinische Behandlungen:
Hormontherapie – Östrogentherapie, Testosterontherapie oder eine Hormonersatztherapie (HRT) können verordnet werden, wenn hormonelle Ungleichgewichte festgestellt werden.
Medikamente: Flibanserin (Addyi) und Bremelanotid (Vyleesi) sind zugelassene Medikamente, die bei einigen Frauen zur Verbesserung des sexuellen Verlangens beitragen können.
Behandlung zugrunde liegender Gesundheitsprobleme: Behandlung chronischer Erkrankungen, Anpassung von Medikamenten, die die Libido beeinflussen könnten, oder Therapie körperlicher Beschwerden beim Geschlechtsverkehr.
Lebensstiländerungen:
Stressmanagement – Techniken wie Achtsamkeit, Meditation oder Yoga können Stress reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden verbessern, was potenziell das sexuelle Verlangen steigert.
Körperliche Aktivität – Regelmäßige Bewegung kann die Stimmung verbessern, das Körperbild positiv beeinflussen und das Energieniveau erhöhen.
Kommunikation: Offene und ehrliche Gespräche mit dem Partner über sexuelle Bedürfnisse und Vorlieben können die Intimität und das sexuelle Verlangen verbessern.
Aufklärung: Vermittlung von Wissen über die sexuelle Reaktion, Normalisierung möglicher Veränderungen des sexuellen Verlangens und Erkundung neuer Wege zur Steigerung sexueller Lust und Intimität.