Die vorzeitige Ejakulation ist eine häufige sexuelle Funktionsstörung bei Männern, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Ejakulation früher erfolgt als gewünscht während der sexuellen Aktivität, was zu Stress oder Frustration für den Betroffenen und möglicherweise auch für den Partner führt.
Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten sexuellen Störungen und betrifft Männer aller Altersgruppen.
Zeitpunkt der Ejakulation: Sie wird in der Regel als eine Ejakulation definiert, die innerhalb von etwa einer Minute nach der Penetration oder sogar vor der Penetration auftritt, wobei dieser Zeitraum variieren kann.
Häufig besteht eine anhaltende Unfähigkeit, die Ejakulation während der sexuellen Aktivität zuverlässig zu verzögern.
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Lebenslang bestehende (primäre) vorzeitige Ejakulation: Die betroffene Person erlebt diese Störung seit den ersten sexuellen Erfahrungen.
Erworbene (sekundäre) vorzeitige Ejakulation: Die Störung entwickelt sich nach einer Phase normaler sexueller Funktion.
Ejakulation, die regelmäßig innerhalb von etwa einer Minute nach der Penetration auftritt.
Unfähigkeit, die Ejakulation bei allen oder nahezu allen sexuellen Aktivitäten zu verzögern.
Negative persönliche Folgen wie Leidensdruck, Frustration oder das Vermeiden sexueller Intimität.
Psychologische Faktoren: Angst, insbesondere Leistungsangst, Stress, Depressionen sowie Beziehungsprobleme können zur Entstehung dieser Störung beitragen. Auch frühe Konditionierung (z. B. das schnelle Ejakulieren aus Angst, entdeckt zu werden) kann eine Rolle spielen.
Biologische Faktoren: Neurochemische Ungleichgewichte, insbesondere im Zusammenhang mit Serotonin, können den Zeitpunkt der Ejakulation beeinflussen. Zudem kann bei einigen Männern eine genetische Prädisposition für vorzeitige Ejakulation bestehen.
Weitere Faktoren: Eine erektile Dysfunktion kann gelegentlich zu vorzeitiger Ejakulation führen, da Männer versuchen können, schnell zu ejakulieren, bevor die Erektion verloren geht.
Verhaltenstechniken: Methoden wie die „Start-Stopp“-Methode oder die „Squeeze“-Technik, bei denen die Stimulation unterbrochen wird, um die Ejakulation zu verzögern, können wirksam sein.
Kognitive Verhaltenstherapie und Sexualtherapie können helfen, psychologische Faktoren zu behandeln, die zur vorzeitigen Ejakulation beitragen.
Medikamente:
Topische Anästhetika – Cremes oder Sprays mit betäubenden Wirkstoffen können die Empfindlichkeit reduzieren und die Ejakulation verzögern.
Orale Medikamente – Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Paroxetin, Sertralin oder Fluoxetin werden häufig off-label zur Behandlung der vorzeitigen Ejakulation eingesetzt, da sie als Nebenwirkung
die Ejakulation verzögern können.
Phosphodiesterase-5-Hemmer – Medikamente wie Sildenafil (Viagra) können eingesetzt werden, wenn die vorzeitige Ejakulation mit einer erektilen Dysfunktion verbunden ist.
Aufklärung und Kommunikation: Die Aufklärung von Männern und ihren Partnern über die sexuelle Reaktion sowie die Förderung offener Kommunikation können Angst reduzieren und die sexuelle Zufriedenheit verbessern.