Auch als Störung des zwanghaften Hautzupfens bezeichnet, ist sie eine psychische Erkrankung, die durch den compulsiven Drang gekennzeichnet ist, an der eigenen Haut zu manipulieren, was zu Hautläsionen sowie erheblichem Leiden oder Funktionsbeeinträchtigungen führt.
Wiederholtes Zupfen an der Haut: Menschen mit Dermatillomanie bearbeiten ihre Haut häufig, meist an Bereichen mit wahrgenommenen Unreinheiten wie Pickeln, Krusten oder Unebenheiten. Dieses Verhalten kann zu offenen Wunden, Narben oder Infektionen führen.
Gedankliche Fixierung und Drang: Die Störung ist mit einer starken Beschäftigung mit der Haut und einem intensiven Zwang zum Zupfen verbunden. Dem Verhalten gehen häufig Spannungs- oder Angstgefühle voraus, gefolgt von einem Gefühl der Erleichterung oder Befriedigung nach dem Zupfen.
Leiden und Beeinträchtigung: Dermatillomanie verursacht erhebliches emotionales Leiden und kann den Alltag stark beeinträchtigen, etwa soziale Beziehungen, Arbeit oder schulische Leistungen. Betroffene empfinden häufig Scham oder Verlegenheit wegen ihres Verhaltens oder des Erscheinungsbildes ihrer Haut.
hutzelhase / Pixabay
Genetische Faktoren: Eine familiäre Vorgeschichte ähnlicher Störungen oder anderer psychischer Erkrankungen kann das Risiko erhöhen.
Stress oder Angst: Hohe Stressniveaus, Angstzustände oder andere emotionale Auslöser können den Drang zum Zupfen verstärken.
Hirnchemie: Ungleichgewichte von Neurotransmittern wie Serotonin können bei der Entstehung der Störung eine Rolle spielen.
Perfektionismus oder Probleme mit dem Körperbild: Personen mit ausgeprägtem Perfektionismus oder starker Beschäftigung mit dem äußeren Erscheinungsbild sind möglicherweise anfälliger für zwanghaftes Hautzupfen.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Das Habit-Reversal-Training (HRT), eine spezielle Form der KVT, wird häufig eingesetzt, um Betroffenen zu helfen, sich ihrer Zupfgewohnheiten bewusst zu werden und gesündere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Medikamentöse Behandlung: In einigen Fällen können Medikamente wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder andere Antidepressiva zur Symptomlinderung verschrieben werden.
Achtsamkeit und Entspannungstechniken: Diese Ansätze können helfen, Stress zu regulieren und den Zwang zum Zupfen zu reduzieren.
Selbsthilfegruppen und Therapie: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann Unterstützung, Ermutigung und hilfreiche Bewältigungsstrategien bieten.