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Soziale Angststörung (soziale Phobie)

Die soziale Phobie ist eine Angststörung, die durch überwältigende Angst und übermäßige Selbstaufmerksamkeit in alltäglichen sozialen Situationen gekennzeichnet ist.

Menschen mit sozialer Angststörung haben eine anhaltende, intensive und chronische Angst davor, von anderen beobachtet, beurteilt, gedemütigt oder abgelehnt zu werden. Ihre Angst kann so stark sein, dass sie Arbeit, Schule oder andere Aktivitäten beeinträchtigt.

Obwohl viele Menschen mit sozialer Angststörung erkennen, dass ihre Angst vor dem Zusammensein mit anderen übertrieben oder irrational sein kann, sind sie nicht in der Lage, sie zu überwinden. Häufig machen sie sich Tage oder Wochen im Voraus Sorgen über eine gefürchtete Situation. Darüber hinaus leiden sie oft unter geringem Selbstwertgefühl und Depressionen.

Die soziale Angststörung kann auf einen einzigen Situationstyp beschränkt sein – wie zum Beispiel die Angst, öffentlich zu sprechen – oder eine Person kann Symptome zeigen, sobald sie sich in der Nähe anderer Menschen befindet.

Soziale Angststörung, soziale Phobie Prateek Katyal / Unsplash

Die soziale Phobie kann schwerwiegende Folgen haben, zum Beispiel kann sie Menschen daran hindern, zur Arbeit oder zur Schule zu gehen oder Freundschaften zu schließen.

Zu den körperlichen Symptomen, die häufig mit dem intensiven Stress der sozialen Angststörung einhergehen, gehören Erröten, Schwitzen, Zittern, Übelkeit und Sprachschwierigkeiten. Da diese sichtbaren Symptome die Angst vor Missbilligung verstärken, können sie selbst die Angst weiter anheizen und einen Teufelskreis erzeugen: Je mehr sich Menschen mit sozialer Angststörung Sorgen machen, diesen Symptomen ausgesetzt zu sein, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie auftreten.

Die soziale Angststörung kann mit Depressionen oder anderen Angststörungen einhergehen, wie z. B. Panikstörung oder Zwangsstörung. Einige Menschen mit sozialer Angststörung nutzen Sicherheitsverhalten, um mit der Situation umzugehen, z. B. Alkohol oder andere Substanzen, was zu Abhängigkeit führen kann.

Die Ursachen der Störung sind vielfältig: Vererbung (Verwandte ersten Grades haben ein zwei- bis sechsmal höheres Risiko, eine soziale Angststörung zu entwickeln), Lernen durch soziale Modellierung, biologische Ursachen (eine erhöhte Sensibilität gegenüber Missbilligung kann eine physiologische oder hormonelle Grundlage haben) sowie der Einfluss der Umwelt auf die Entwicklung der sozialen Phobie (Misshandlung und Belastungen in der Kindheit sind Risikofaktoren).

Behandlungsoptionen

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Reduktion der Angst durch die Veränderung von Überzeugungen oder Verhaltensweisen, die zur Aufrechterhaltung der Angststörung beitragen. Zum Beispiel verhindert die Vermeidung eines gefürchteten Objekts oder einer Situation, dass eine Person lernt, dass diese harmlos ist. Bei der Exposition werden Betroffene schrittweise den Situationen ausgesetzt, vor denen sie Angst haben.

Geeignete Medikamente können ebenfalls eine Rolle in der Behandlung spielen, zusammen mit der Psychotherapie. Dazu gehören Antidepressiva wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) sowie Medikamente, die als hochpotente Benzodiazepine bekannt sind.

Einigen Menschen mit einer Form der sozialen Angst, die nur bei Leistungsanforderungen vor anderen auftritt, haben Betablocker geholfen, indem sie die Herzfrequenz senken und körperliche Angstsymptome reduzieren.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 26/07/2024

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