Die hypoaktive sexuelle Luststörung bei Männern, auch als männliche hypoaktive sexuelle Luststörung bekannt, bezeichnet einen anhaltenden oder wiederkehrenden Mangel an Interesse an sexueller Aktivität.
Diese Störung ist gekennzeichnet durch einen Mangel oder das Fehlen sexueller Fantasien und des Wunsches nach sexueller Aktivität, was zu erheblichem Leid oder zwischenmenschlichen Schwierigkeiten führen kann. Es ist wichtig zu beachten, dass ein geringes sexuelles Verlangen individuell unterschiedlich ist und das, was als „normal“ gilt, stark variieren kann.
Anhaltend geringes sexuelles Verlangen: ein dauerhaftes fehlendes Interesse an sexueller Aktivität, sei es mit einem Partner oder in solitären Kontexten.
Wenige oder keine sexuellen Gedanken oder Fantasien: ein deutliches Fehlen sexueller Gedanken, Fantasien oder Wünsche.
Leidensdruck oder zwischenmenschliche Probleme: der Mangel an sexuellem Verlangen verursacht erhebliches persönliches Leiden oder Schwierigkeiten in Beziehungen.
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Körperliche Ursachen
Hormonelle Ungleichgewichte: niedrige Testosteronwerte, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder andere endokrine Erkrankungen.
Chronische Erkrankungen: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und andere chronische Krankheiten können das sexuelle Verlangen beeinträchtigen.
Medikamente: bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika oder blutdrucksenkende Mittel können das sexuelle Verlangen reduzieren.
Substanzmissbrauch: übermäßiger Alkoholkonsum, Drogenkonsum oder Rauchen können die sexuelle Funktion und das Verlangen beeinträchtigen.
Alterung: ein natürlicher Rückgang des sexuellen Verlangens mit zunehmendem Alter, auch wenn nicht alle Männer davon betroffen sind.
Psychologische Ursachen
Depression und Angst: psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen können das sexuelle Verlangen vermindern.
Stress: chronischer Stress, sei er arbeitsbedingt, finanziell oder anderweitig, kann die Libido senken.
Frühere Traumata: Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch oder anderen traumatischen Ereignissen können das sexuelle Verlangen beeinflussen.
Beziehungsfaktoren
Beziehungsprobleme: mangelnde emotionale Intimität, ungelöste Konflikte oder schlechte Kommunikation mit dem Partner.
Sexuelle Langeweile: langfristige Beziehungen, in denen sexuelle Routinen monoton geworden sind.
Leistungsangst: Sorgen über die sexuelle Leistungsfähigkeit können zu einem verminderten sexuellen Verlangen führen.
Medizinische Behandlung:
Hormontherapie – Testosteronersatztherapie, wenn niedrige Testosteronwerte festgestellt werden.
Medikamente: Anpassung bestehender Medikamente, die zu einer verminderten Libido beitragen können, oder Verschreibung von Medikamenten zur Behandlung anderer gesundheitlicher Probleme.
Psychologische Therapie:
Kognitive Verhaltenstherapie – hilft, negative Denkmuster zu erkennen und zu verändern, die zu einem verminderten sexuellen Verlangen beitragen können.
Sexualtherapie – konzentriert sich auf die Bearbeitung sexueller Probleme, die Verbesserung der Kommunikation mit dem Partner und die Behandlung sexueller Funktionsstörungen.
Paarberatung – hilft, Beziehungsprobleme zu bearbeiten, die zu einem verminderten sexuellen Verlangen beitragen können.
Lebensstiländerungen:
Stressmanagement – Techniken wie Achtsamkeit, Yoga oder Entspannungsübungen.
Körperliche Aktivität – regelmäßige Bewegung kann die allgemeine Gesundheit verbessern und die Libido steigern.
Gesunde Ernährung – eine ausgewogene Ernährung unterstützt das allgemeine Wohlbefinden und das hormonelle Gleichgewicht.
Umgang mit Substanzkonsum:
Reduktion von Alkohol- und Drogenkonsum – Verringerung des Konsums von Substanzen, die das sexuelle Verlangen negativ beeinflussen können.