Startseite Psychische Schwierigkeiten Trends Beziehungen und Partnerschaft Theorien in der Psychologie Kontakt Spenden Suche

Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

Die vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, die durch ein überdauerndes Muster sozialer Hemmung, Gefühle der Unzulänglichkeit sowie eine ausgeprägte Überempfindlichkeit gegenüber negativer Bewertung oder Kritik gekennzeichnet ist.

Menschen mit dieser Störung vermeiden häufig soziale Interaktionen und Aktivitäten aus Angst, abgelehnt, beschämt oder lächerlich gemacht zu werden. Die Störung kann die Fähigkeit einer Person erheblich beeinträchtigen, Beziehungen aufzubauen und in verschiedenen Lebensbereichen funktionsfähig zu bleiben.

Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Priscilla Du Preez ca / Unsplash

Symptome der vermeidend-selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung

• Ausgeprägte Sensibilität gegenüber Kritik oder Zurückweisung: starke Angst davor, von anderen kritisiert, missbilligt oder abgelehnt zu werden
• Vermeidung von Situationen mit potenziell negativem Feedback oder Bewertung
• Soziale Hemmung: Zurückhaltung bei sozialen Kontakten aus Angst vor Beschämung oder Lächerlichmachung
• Vermeidung sozialer Aktivitäten oder beruflicher Möglichkeiten mit intensivem zwischenmenschlichem Kontakt
• Gefühle der Unzulänglichkeit: anhaltende Empfindungen, minderwertig, unzureichend oder weniger fähig als andere zu sein
• Selbstwahrnehmung als sozial unbeholfen oder persönlich unattraktiv
• Vermeidung von Intimität: Schwierigkeiten, enge Beziehungen einzugehen, aus Angst vor Bloßstellung oder Zurückweisung
• Zurückhaltung beim Teilen persönlicher Gedanken oder Gefühle mit anderen
• Risikoaversion: Vermeidung neuer Aktivitäten oder Risiken aus Angst vor Peinlichkeit oder Versagen
• Bevorzugung einer vorhersehbaren und sicheren Routine zur Minimierung sozialen Unbehagens
• Niedriges Selbstwertgefühl: chronisch vermindertes Selbstwertgefühl, häufig begleitet von Scham- oder Unzulänglichkeitsgefühlen
• Tendenz, sich selbst in einem negativen Licht zu sehen, mit übersteigerter Wahrnehmung eigener Schwächen
• Soziale Isolation: Rückzug von anderen, teilweise mit der Folge von Einsamkeit und Depression
• Bevorzugung des Alleinseins gegenüber sozialen Kontakten trotz des Wunsches nach Nähe und Beziehungen

Ursachen der vermeidend-selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung

Genetische Faktoren: Eine familiäre Vorbelastung mit Persönlichkeitsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen kann das Risiko erhöhen.

Frühe Lebenserfahrungen: Kindheitserfahrungen wie Vernachlässigung, Missbrauch oder anhaltende Kritik können zur Entwicklung der Störung beitragen. Auch ein überbehütender oder stark kritischer Erziehungsstil kann eine Rolle spielen.

Temperament: Menschen mit einem von Natur aus schüchternen, ängstlichen oder introvertierten Temperament haben ein erhöhtes Risiko, insbesondere in Kombination mit belastenden Lebenserfahrungen.

Behandlung der vermeidend-selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Konzentriert sich auf das Erkennen und Hinterfragen negativer Gedanken und Überzeugungen über sich selbst und andere. Sie hilft dabei, sich schrittweise gefürchteten sozialen Situationen zu stellen und adaptive Bewältigungsstrategien zu erlernen.

Schematherapie: Eine Therapieform, die auf tief verwurzelte Denk- und Verhaltensmuster abzielt, die aus frühen Lebenserfahrungen entstanden sind.

Gruppentherapie: Bietet ein unterstützendes Umfeld, in dem soziale Kompetenzen geübt und Rückmeldungen von anderen in einem geschützten Rahmen erhalten werden können.

Medikamentöse Behandlung: Antidepressiva oder angstlösende Medikamente können zur Linderung begleitender Angst- oder Depressionssymptome eingesetzt werden, in der Regel ergänzend zur Psychotherapie.

Training sozialer Kompetenzen: Programme zur Verbesserung von Kommunikation, Assertivität und sozialen Interaktionen können für Betroffene hilfreich sein.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 10/09/2024

Empfohlene artikel