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Abhängige Persönlichkeitsstörung

Die abhängige Persönlichkeitsstörung ist eine Form der Persönlichkeitsstörung, die durch ein allgegenwärtiges und übermäßiges Bedürfnis gekennzeichnet ist, umsorgt zu werden. Dies führt zu unterwürfigem, klammerndem Verhalten sowie zu starken Trennungsängsten.

Menschen mit dieser Störung haben häufig Schwierigkeiten, alltägliche Entscheidungen ohne den Rat und die Rückversicherung anderer zu treffen, und fühlen sich hilflos, wenn sie allein sind. Die Störung kann die Fähigkeit, im Alltag unabhängig zu funktionieren, erheblich beeinträchtigen.

Abhängige Persönlichkeitsstörung geralt / Pixabay

Symptome der abhängigen Persönlichkeitsstörung

Menschen mit dieser Störung zeigen eine Reihe von Verhaltensweisen und Einstellungen, die ihr tiefes Bedürfnis nach Fürsorge und Unterstützung durch andere widerspiegeln.

Häufige Symptome sind:

Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung: Verlassen auf andere selbst bei geringfügigen Entscheidungen, wie z. B. was man anzieht oder isst. Ein übermäßiges Bedürfnis nach Rückversicherung und Rat vor Entscheidungen.

Schwierigkeiten, Meinungsverschiedenheiten zu äußern: Die Angst, Unterstützung oder Zustimmung zu verlieren, führt dazu, dass Betroffene selbst dann keinen Widerspruch äußern, wenn sie glauben, im Recht zu sein.

Die Tendenz, anderen zuzustimmen, um Konflikte zu vermeiden, selbst wenn dies den eigenen Interessen widerspricht.

Schwierigkeiten, Projekte zu beginnen oder Dinge selbstständig zu erledigen: Ein Mangel an Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten führt dazu, dass Aufgaben oder Projekte nicht ohne Hilfe begonnen werden.

Bevorzugung, dass andere die Führung übernehmen oder Entscheidungen treffen.

Übermäßiges Bedürfnis nach Unterstützung und Rückversicherung: Ein anhaltendes Bedürfnis, dass andere Verantwortung für wichtige Lebensbereiche wie Finanzen, Karriere oder Beziehungen übernehmen.

Ständiges Suchen nach Bestätigung und Zustimmung durch andere.

Angst vor Verlassenwerden und Alleinsein: Intensive Angst, allein gelassen oder verlassen zu werden, was zu klammerndem Verhalten oder zum Verbleiben in Beziehungen trotz Missbrauch oder schlechter Behandlung führen kann.

Schwierigkeiten, Beziehungen zu beenden, selbst wenn sie ungesund sind, aus Angst, allein zu sein.

Dringendes Bedürfnis, nach dem Ende einer Beziehung sofort eine neue einzugehen: Schnelles Suchen nach einer neuen Beziehung, um das Alleinsein zu vermeiden, unabhängig davon, ob die neue Beziehung passend ist.

Schwierigkeiten, ohne andere zu funktionieren: Gefühle von Hilflosigkeit oder Angst beim Alleinsein, was zu einer Abhängigkeit von anderen selbst bei grundlegenden Aufgaben führt.

Mangelndes Selbstvertrauen und Angst, Initiative zu ergreifen.

Ursachen der abhängigen Persönlichkeitsstörung

Genetik: Eine familiäre Vorgeschichte von Persönlichkeitsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen kann das Risiko erhöhen, eine abhängige Persönlichkeitsstörung zu entwickeln.

Kindheitserfahrungen: Überfürsorgliche oder autoritäre Erziehung, Kindheitstraumata oder Trennungserfahrungen können zur Entwicklung dieser Störung beitragen.

Kulturelle und soziale Faktoren: Bestimmte kulturelle oder soziale Normen, die Gehorsam, Abhängigkeit oder Unterordnung betonen, können eine Rolle bei der Förderung abhängigen Verhaltens spielen.

Behandlung

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Hilft Betroffenen, negative Denk- und Verhaltensmuster im Zusammenhang mit Abhängigkeit zu erkennen und zu hinterfragen. KVT kann außerdem das Selbstvertrauen stärken und Problemlösungsfähigkeiten fördern.

Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT): Konzentriert sich auf die Vermittlung von Bewältigungsstrategien und emotionaler Regulation, um Angst im Zusammenhang mit Abhängigkeit und Trennungsängsten zu reduzieren.

Psychodynamische Therapie: Untersucht zugrunde liegende emotionale Konflikte und frühe Lebenserfahrungen, die zur Entwicklung der abhängigen Persönlichkeitsstörung beigetragen haben könnten.

Medikamente: Antidepressiva oder angstlösende Medikamente können verschrieben werden, wenn erhebliche Angst- oder Depressionssymptome vorliegen, auch wenn Medikamente in der Regel nicht die Hauptbehandlung der abhängigen Persönlichkeitsstörung darstellen.

Gruppentherapie: Gruppentherapie kann hilfreich sein, um Unterstützung zu bieten und Betroffenen zu helfen, gesündere Beziehungen und bessere Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 10/09/2024

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