Die Panikstörung ist durch das Auftreten plötzlicher und wiederholter Panikattacken gekennzeichnet – Episoden intensiver Angst und starken Unbehagens, die innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreichen – während derer die betroffene Person körperliche Symptome wie Brustschmerzen, Herzklopfen, Atemnot, Schwindel oder manchmal auch Bauchbeschwerden erlebt, oft begleitet von der Angst, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben.
Die Symptome können denen eines Herzinfarkts oder anderer lebensbedrohlicher medizinischer Erkrankungen ähneln. Die Panikstörung wird häufig erst diagnostiziert, nachdem medizinische Tests oder Notfalluntersuchungen andere schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen haben.
Panikattacken sind kurz und intensiv. Sie gehen mit körperlichen Empfindungen wie Atemnot, schnellem Herzschlag, Muskelanspannung und Engegefühl in der Brust einher. Sie dauern in der Regel 20 bis 30 Minuten. Häufig erleben Menschen ein- oder zweimal im Leben solche Attacken. Wenn diese jedoch wiederholt auftreten oder wenn die betroffene Person eine anhaltende Angst vor einer weiteren Attacke verspürt, kann eine Panikstörung vorliegen.
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Ein erhöhtes Risiko besteht bei Personen mit ängstlichen Persönlichkeitsmerkmalen, Neurotizismus und einer Tendenz zu negativen Emotionen. Umweltfaktoren tragen ebenfalls zur Entstehung dieser Störung bei, wie zum Beispiel körperlicher und sexueller Missbrauch in der Kindheit sowie Trennungsangst in der Kindheit, wenn auch weniger konstant. Ein Verlust oder ein belastender Lebensfaktor kann einer ersten Panikattacke vorausgehen, etwa der Tod einer nahestehenden Person oder eine schädigende Erfahrung im Zusammenhang mit Drogen. Auch genetische Faktoren tragen zur Auslösung dieser Störung bei.
Hyperventilation kann erheblich zur Auslösung einer Panikattacke beitragen. So funktioniert es:
Körperliche Empfindungen: Hyperventilation kann körperliche Empfindungen wie Schwindel, Kribbeln in Händen oder Füßen und Atemnot hervorrufen. Diese Empfindungen können beängstigend sein und Symptome einer schwerwiegenderen Erkrankung, wie etwa eines Herzinfarkts, nachahmen. Diese Angst kann sich zu einer ausgewachsenen Panikattacke steigern.
Erhöhte Aktivität des sympathischen Nervensystems: Schnelles Atmen kann die „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion des Körpers aktivieren, was zu einem erhöhten Herzschlag und erhöhter Muskelspannung führt. Dieser Zustand erhöhter Erregung kann eine Person ängstlicher machen und die Wahrscheinlichkeit einer Panikattacke erhöhen.
Abnahme von Kohlendioxid: Schnelles Atmen reduziert die Menge an CO₂ im Blut, was zu Symptomen wie Schwindel und Kribbeln führen kann. Die Reaktion des Körpers auf diese Symptome kann als Gefahr interpretiert werden und so zur Panikattacke beitragen.
Rückkopplungsschleife: Die körperlichen Empfindungen und das Unbehagen durch Hyperventilation können zu zunehmender Angst führen, die wiederum noch schnelleres Atmen auslöst. Dadurch entsteht eine Rückkopplungsschleife, die die Panikattacke verstärkt.
Therapie: Die kognitive Verhaltenstherapie hilft Patientinnen und Patienten, sich der Zusammenhänge zwischen ihren Gedanken, Überzeugungen und Handlungen bewusst zu werden. Durch die Veränderung verzerrter Denkmuster, die die Angst aufrechterhalten, und durch eine schrittweise Exposition gegenüber angstauslösenden Symptomen oder Situationen kann die Kontrolle über Angst- und Paniksymptome verbessert werden.
Medikamente: Mehrere Medikamente haben sich als wirksam bei der Linderung der Panikstörung erwiesen. Antidepressiva sind eine Klasse von Medikamenten, die über mehrere Wochen eingenommen werden müssen, bevor die Symptome nachlassen.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wirken im Gehirn über einen chemischen Botenstoff namens Serotonin. Zu den häufig bei Panikstörungen verschriebenen SSRIs gehören Fluoxetin (Prozac), Sertralin (Zoloft), Escitalopram (Lexapro), Paroxetin (Paxil) und Citalopram (Celexa). SSRIs werden auch eingesetzt, wenn die Panikstörung in Kombination mit einer Zwangsstörung, sozialer Phobie oder Depression auftritt. Benzodiazepine, darunter Alprazolam (Xanax) und Lorazepam (Ativan), können ebenfalls verschrieben werden.