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Abhängigkeit von halluzinogenen Substanzen

Die Abhängigkeit von Halluzinogenen, auch als Störung des Halluzinogenkonsums bezeichnet, umfasst den problematischen Gebrauch halluzinogener Substanzen trotz erheblicher negativer Konsequenzen.

Halluzinogene sind eine vielfältige Klasse von Substanzen, die Wahrnehmung, Stimmung und verschiedene kognitive Prozesse verändern und zu Erfahrungen wie Halluzinationen, veränderten Sinneswahrnehmungen und Modifikationen von Denkmustern führen. Zu den gebräuchlichen Halluzinogenen zählen LSD (Lysergsäurediethylamid), Psilocybin ("Zauberpilze"), PCP (Phencyclidin), Ketamin sowie synthetische Halluzinogene wie synthetische Cannabinoide und halluzinogene Amphetamine.

Abhängigkeit von halluzinogenen Substanzen Freepik

Halluzinogene können je nach ihren Wirkungen und chemischen Strukturen in mehrere Typen eingeteilt werden:

1. Klassische Halluzinogene

• LSD: bekannt für seine starken psychologischen Effekte, einschließlich visueller Halluzinationen und veränderten Denkens
• Psilocybin: verursacht Veränderungen der Wahrnehmung und der Stimmung
• Mescalin: führt zu visuellen und sensorischen Verzerrungen
• DMT (Dimethyltryptamin): ein starkes Halluzinogen, das intensive, aber kurz andauernde Erfahrungen hervorruft

2. Dissoziative Halluzinogene

• PCP: verursacht Gefühle der Entfremdung von der Umwelt und vom eigenen Selbst
• Ketamin: erzeugt ebenfalls dissoziative und halluzinogene Effekte
• DXM (Dextromethorphan): kann in hohen Dosen dissoziative Wirkungen hervorrufen

3. Synthetische Halluzinogene

• Synthetische Cannabinoide: häufig unter Bezeichnungen wie „Spice“ oder „K2“ vermarktet, können sie schwere psychische Effekte verursachen
• Halluzinogene Amphetamine: wie MDMA (gemeinhin als Ecstasy bekannt), besitzen sowohl stimulierende als auch halluzinogene Eigenschaften

Zentrale Symptome

• Konsum größerer Mengen oder über längere Zeiträume als beabsichtigt
• Anhaltender Wunsch oder erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren oder zu kontrollieren
• Erheblicher Zeitaufwand für Beschaffung, Konsum oder Erholung vom Konsum
• Starkes Verlangen oder Craving nach der Substanz
• Wiederholter Konsum mit Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen (z. B. Arbeit, Schule)
• Fortgesetzter Konsum trotz sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme
• Aufgabe oder Reduktion wichtiger sozialer, beruflicher oder freizeitbezogener Aktivitäten
• Wiederholter Konsum in körperlich gefährlichen Situationen (z. B. Fahren unter Einfluss)
• Fortgesetzter Konsum trotz Kenntnis einer anhaltenden oder wiederkehrenden körperlichen oder psychischen Problematik
• Toleranz: deutliche Erhöhung der benötigten Dosis zur Erzielung der gewünschten Wirkung
• Entzug: obwohl für klassische Halluzinogene untypisch, können einige Konsumenten beim Absetzen Unwohlsein verspüren

Risikofaktoren

• Genetische Prädisposition: familiäre Vorbelastung mit substanzbezogenen Störungen erhöht das Risiko
• Psychische Erkrankungen: Erkrankungen wie Depression, Angststörungen oder Schizophrenie können den Konsum begünstigen
• Früher Beginn: ein früher Einstieg in den Konsum erhöht das Abhängigkeitsrisiko
• Umweltfaktoren: Verfügbarkeit von Halluzinogenen, Gruppendruck und kulturelle Akzeptanz
• Persönlichkeitsmerkmale: ausgeprägte Neigung zur Neuheitssuche, Impulsivität und Sensationssuche
• Häufigkeit und Kontext des Konsums: regelmäßiger Konsum, insbesondere in stressreichen oder unstrukturierten Umgebungen

Behandlungsoptionen

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Hilft Betroffenen, Denk- und Verhaltensmuster im Zusammenhang mit dem Drogenkonsum zu erkennen und zu verändern.

Motivationsfördernde Therapie (MET): Stärkt die Motivation zur Veränderung und zur aktiven Teilnahme an der Behandlung.

Kontingenzmanagement: Bietet konkrete Anreize für Abstinenz und die Teilnahme an Therapiesitzungen.

Psychosoziale Interventionen:
Gruppentherapie – fördert den Austausch und die Unterstützung durch Gleichbetroffene.
Familientherapie – bezieht Familienangehörige ein, um Kommunikation und Unterstützung zu verbessern.

Medikamentöse Behandlung: Derzeit gibt es keine von der FDA zugelassenen Medikamente speziell zur Behandlung der Halluzinogenabhängigkeit. Medikamente können jedoch zur Behandlung begleitender psychischer Störungen (z. B. Antidepressiva, Antipsychotika) eingesetzt werden.

Selbsthilfegruppen: Programme nach dem 12-Schritte-Modell können Unterstützung auf Augenhöhe bieten, wobei spezifische Gruppen für Halluzinogene seltener sind.

Stationäre und ambulante Rehabilitation:
Stationäre Programme – bieten ein strukturiertes, substanzfreies Umfeld mit Betreuung rund um die Uhr.
Ambulante Programme – ermöglichen eine Behandlung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung alltäglicher Verpflichtungen.

Strategien zur Schadensminimierung:
Aufklärung über sicheren Konsum – Minimierung von Risiken, wenn ein Verzicht noch nicht möglich ist.
Monitoring und Unterstützung – regelmäßige Kontakte und Begleitung zur Vermeidung einer Eskalation.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 28/09/2024

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