Die Glücksspielsucht, auch bekannt als Glücksspielstörung oder pathologisches Glücksspiel, ist eine Verhaltenssucht, die durch einen unkontrollierbaren Drang gekennzeichnet ist, Glücksspiele zu betreiben – trotz negativer Konsequenzen.
Im Gegensatz zu substanzbezogenen Störungen beinhaltet die Glücksspielsucht den Zwang, sich auf eine bestimmte Aktivität (Glücksspiele) einzulassen, anstatt eine Substanz zu konsumieren. Sie kann zu schweren persönlichen, finanziellen und sozialen Folgen führen.
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Starke gedankliche Beschäftigung mit Glücksspielen: ständiges Nachdenken über Glücksspiele, Planen der nächsten Spielgelegenheit oder Erinnern früherer Spielerfahrungen.
Zunehmende Toleranz: das Bedürfnis, mit immer höheren Geldbeträgen zu spielen, um das gleiche Maß an Erregung oder Spannung zu erreichen.
Kontrollverlust: Unfähigkeit, das Glücksspiel zu beenden oder einzuschränken, trotz wiederholter Versuche.
Verlustjagd: zwanghaftes Weiterspielen, um Verluste zurückzugewinnen, was zu einem Teufelskreis wachsender Schulden führt.
Lügen und Täuschung: Verheimlichen des Ausmaßes des Glücksspiels gegenüber Familie, Freunden oder Therapeut:innen, häufig verbunden mit Unwahrheiten über Häufigkeit oder Höhe der Verluste.
Finanzielle Probleme: Anhäufung erheblicher Schulden, Geldleihen oder Verkauf von Besitz, um das Glücksspiel zu finanzieren.
Vernachlässigung von Verpflichtungen: Missachtung beruflicher, schulischer oder familiärer Pflichten aufgrund der Zeit, die mit Glücksspielen verbracht wird.
Emotionale Belastung: Gefühle von Unruhe, Reizbarkeit oder Angst beim Versuch, das Glücksspiel zu reduzieren oder zu beenden.
Genetische Faktoren: Eine familiäre Vorgeschichte von Abhängigkeitserkrankungen, einschließlich Glücksspiel oder anderer Verhaltenssüchte, erhöht das Risiko.
Psychische Erkrankungen: Menschen mit Stimmungsstörungen, Angststörungen, Depressionen oder substanzbezogenen Störungen haben ein erhöhtes Risiko, eine Glücksspielsucht zu entwickeln.
Persönlichkeitsmerkmale: Impulsivität, starkes Sensation-Seeking und die Tendenz, unmittelbare Belohnungen zu suchen, sind mit einem höheren Risiko verbunden.
Soziales Umfeld: Der Kontakt zu Umgebungen, in denen Glücksspiele weit verbreitet sind – wie Casinos, Online-Glücksspielplattformen oder spielaffine Peer-Gruppen – kann das Risiko erhöhen.
Früher Kontakt: Ein früher Einstieg in Glücksspiele erhöht die Wahrscheinlichkeit, später im Leben eine Glücksspielstörung zu entwickeln.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Hilft Betroffenen, verzerrte Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern, die das Glücksspiel aufrechterhalten. Der Fokus liegt auf der Entwicklung gesünderer Bewältigungsstrategien, um dem Spielimpuls zu widerstehen.
Motivierende Gesprächsführung: Unterstützt die Steigerung der Veränderungsmotivation, indem Ambivalenzen gegenüber dem Aufgeben des Glücksspiels exploriert und aufgelöst werden.
Medikamentöse Behandlung: Bestimmte Medikamente, wie Antidepressiva oder Stimmungsstabilisatoren, können helfen, zugrunde liegende psychische Probleme oder Impulsivität zu behandeln. Opioidantagonisten wie Naltrexon werden ebenfalls eingesetzt, um das Verlangen nach Glücksspiel zu reduzieren, indem sie das Belohnungssystem des Gehirns beeinflussen.
Selbsthilfe- und Unterstützungsgruppen: Bieten Peer-Unterstützung und häufig strukturierte 12-Schritte-Programme zur Bewältigung der Glücksspielsucht. Weitere Gruppen – vor Ort oder online – stellen zusätzliche Ressourcen und Gemeinschaft bereit.
Familientherapie: Bezieht Familienmitglieder in den Behandlungsprozess ein, um Beziehungen zu reparieren, die Kommunikation zu verbessern und die Auswirkungen des Glücksspiels auf das Familiensystem zu bearbeiten.
Finanzberatung: Bietet praktische Unterstützung bei der Schuldenregulierung, Budgetplanung und der Entwicklung eines Plans zur Wiedererlangung finanzieller Stabilität.