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Lernstörung

Lernstörungen sind eine Gruppe von neuroentwicklungsbedingten Störungen, die die Fähigkeit einer Person beeinträchtigen, Informationen effektiv zu erwerben, zu verarbeiten oder zu kommunizieren.

Diese Störungen können die Fähigkeiten im Lesen, Schreiben, in der Mathematik sowie andere für die schulische und alltägliche Funktionsfähigkeit zentrale Bereiche betreffen. Lernstörungen sagen nichts über die Intelligenz aus, sondern spiegeln vielmehr spezifische Schwierigkeiten in bestimmten Lernbereichen wider.

Lernstörung Element5 Digital / Unsplash

Arten von Lernstörungen

1. Legasthenie (Lesestörung)

Merkmale: Schwierigkeiten bei der genauen oder flüssigen Worterkennung, eingeschränkte Dekodierfähigkeiten und Probleme mit der Rechtschreibung. Betroffene können Schwierigkeiten haben, laut zu lesen, das Gelesene zu verstehen oder Wörter korrekt zu erkennen.

Auswirkungen: Legasthenie kann das Leseverständnis, die Lesegeschwindigkeit und die allgemeine schulische Leistung beeinträchtigen, insbesondere bei Aufgaben, die Lesen erfordern.

2. Dysgraphie (Schreibstörung)

Merkmale: Schwierigkeiten mit der Handschrift, der Rechtschreibung und der Organisation von Gedanken auf dem Papier. Menschen mit Dysgraphie zeigen häufig eine schwer lesbare Handschrift, uneinheitliche Abstände sowie Probleme mit Grammatik und Satzstruktur.

Auswirkungen: Dysgraphie kann den schriftlichen Ausdruck mühsam und herausfordernd machen, was häufig zu Frustration und Vermeidung von Schreibaufgaben führt.

3. Dyskalkulie (Rechenstörung)

Merkmale: Schwierigkeiten beim Verständnis von Zahlen, beim Erlernen mathematischer Fakten und bei der Durchführung arithmetischer Operationen. Dyskalkulie kann Probleme mit dem Zahlenverständnis, der Speicherung mathematischer Fakten und dem Erfassen mathematischer Konzepte umfassen.

Auswirkungen: Mathematische Aufgaben, einschließlich Zählen, Uhrzeitlesen und Geldmanagement, können besonders herausfordernd sein.

4. Nonverbale Lernstörung

Merkmale: Schwierigkeiten im Umgang mit nonverbalen Hinweisen, der räumlichen Wahrnehmung und der motorischen Koordination. Betroffene haben häufig Probleme, Körpersprache zu verstehen, visuell-räumliche Aufgaben zu bewältigen und kämpfen oft mit Organisation und körperlicher Koordination.

Auswirkungen: Kann soziale Interaktionen, Problemlösungsfähigkeiten und Aufgaben beeinträchtigen, die räumliches Denken erfordern, wie Zeichnen oder Orientierung.

Ursachen und Risikofaktoren

Genetische Faktoren: Lernstörungen treten häufig familiär gehäuft auf, was auf eine genetische Komponente hinweist.

Gehirnstruktur und -funktion: Unterschiede in der Informationsverarbeitung des Gehirns, insbesondere in Bereichen, die Sprache, räumliches Denken und Gedächtnis betreffen, können zur Entstehung von Lernstörungen beitragen.

Umweltfaktoren: Faktoren wie pränatale Schadstoffexposition, niedriges Geburtsgewicht und Frühgeburtlichkeit können das Risiko für Lernstörungen erhöhen.

Behandlung und Unterstützung

Pädagogische Interventionen: Individuell angepasster Unterricht, spezialisierte Lehrmethoden und Nachteilsausgleiche (z. B. zusätzliche Zeit bei Prüfungen oder der Einsatz assistiver Technologien) können Betroffenen helfen, ihre Schwierigkeiten zu bewältigen.

Sprach- und Sprechtherapie: Bei sprachbasierten Lernstörungen kann diese Therapie die Lese-, Schreib- und Kommunikationsfähigkeiten verbessern.

Ergotherapie: Besonders hilfreich bei Dysgraphie oder nonverbalen Lernstörungen, unterstützt sie die Entwicklung motorischer Fähigkeiten, der Handschrift und der Organisation.

Psychotherapie und Beratung: Zur Bewältigung der emotionalen und psychischen Auswirkungen von Lernstörungen, einschließlich Problemen wie geringem Selbstwertgefühl und Angst.

Elterliche Unterstützung und Advocacy: Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Vertretung der Bedürfnisse ihres Kindes im Bildungssystem und bei der Unterstützung zu Hause.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 29/09/2024

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