Die Störung der intellektuellen Behinderung, früher als geistige Behinderung oder Entwicklungsverzögerung bezeichnet, ist eine Erkrankung, die durch Einschränkungen der intellektuellen Leistungsfähigkeit und des adaptiven Verhaltens gekennzeichnet ist.
Diese Einschränkungen zeigen sich vor dem 18. Lebensjahr und beeinträchtigen die Fähigkeit einer Person, alltägliche Aktivitäten und Funktionen auszuführen. Der Schweregrad der intellektuellen Behinderung kann stark variieren – von leicht bis tiefgreifend.
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Eingeschränkte intellektuelle Funktion: Unterdurchschnittliche intellektuelle Leistungsfähigkeit, in der Regel gemessen durch einen IQ-Wert von etwa 70 oder darunter, wobei dies je nach diagnostischen Kriterien leicht variieren kann.
Einschränkungen im adaptiven Verhalten: Schwierigkeiten in der adaptiven Funktionsfähigkeit, die Alltagskompetenzen wie Kommunikation, Selbstversorgung, soziale Fähigkeiten und Sicherheit umfassen. Diese Einschränkungen können die persönliche, soziale sowie schulische oder berufliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Beginn vor dem 18. Lebensjahr: Die Symptome und Anzeichen einer intellektuellen Behinderung müssen vor dem 18. Lebensjahr auftreten, um diagnostiziert zu werden.
Intellektuelle Behinderungen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter:
• Genetische Erkrankungen: z. B. Down-Syndrom, Fragiles-X-Syndrom und Rett-Syndrom
• Pränatale Faktoren: Exposition gegenüber schädlichen Substanzen während der Schwangerschaft wie Alkohol oder Drogen, Infektionen in der Schwangerschaft (z. B. Röteln) oder Mangelernährung
• Perinatale Faktoren: Komplikationen während der Geburt, wie Sauerstoffmangel (Hypoxie) oder Frühgeburt
• Postnatale Faktoren: schwere Kopfverletzungen, Infektionen, Mangelernährung oder Exposition gegenüber Toxinen in der frühen Kindheit
• Umweltfaktoren: chronische Vernachlässigung, Missbrauch oder schwere Deprivation können ebenfalls zur Entwicklung einer intellektuellen Behinderung beitragen
1. Leichte intellektuelle Behinderung
Betroffene können ein gewisses Maß an Selbstständigkeit erreichen und mit Unterstützung semi-unabhängig leben. Sie können Lernschwierigkeiten in der Schule haben, entwickeln jedoch häufig Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags und können in betreuten oder unterstützten Arbeitsumgebungen tätig sein.
2. Mittelgradige intellektuelle Behinderung
Betroffene benötigen mehr Unterstützung im Alltag und profitieren von strukturierten Umgebungen sowie spezialisierten Bildungsprogrammen. Oft können grundlegende Selbstversorgungsfähigkeiten erlernt und ein gewisses Maß an beruflichen Kompetenzen erreicht werden.
3. Schwere intellektuelle Behinderung
Betroffene benötigen umfassende Unterstützung im täglichen Leben und weisen erhebliche Einschränkungen in Kommunikation und Selbstversorgung auf. Sie profitieren häufig von individualisierten Betreuungsplänen und leben oft in betreuten Wohnformen oder Einrichtungen.
4. Tiefgreifende intellektuelle Behinderung
Betroffene haben tiefgreifende Einschränkungen der intellektuellen Funktionsfähigkeit und des adaptiven Verhaltens und benötigen intensive Betreuung und Unterstützung. Häufig bestehen zusätzliche schwere körperliche oder gesundheitliche Beeinträchtigungen, sodass ein hohes Maß an Aufsicht und Hilfe in allen Lebensbereichen erforderlich ist.
Frühintervention: Frühförderprogramme, einschließlich sonderpädagogischer Angebote und therapeutischer Maßnahmen, können die Entwicklungschancen von Kindern mit intellektueller Behinderung deutlich verbessern. Zu den Leistungen gehören Sprachtherapie, Ergotherapie und Physiotherapie.
Pädagogische Unterstützung: Spezialisierte Bildungsprogramme und individuelle Förderpläne (IEP) im schulischen Kontext helfen, Lernbedürfnisse gezielt zu adressieren und schulische Erfolge zu unterstützen.
Verhaltenstherapien: Angewandte Verhaltensanalyse (ABA) und andere verhaltenstherapeutische Ansätze können dabei helfen, Anpassungsfähigkeiten zu entwickeln und herausforderndes Verhalten zu reduzieren.
Berufliche Förderung: Für ältere Jugendliche und Erwachsene können berufliche Ausbildung und Qualifizierungsmaßnahmen den Erwerb von Fähigkeiten für Beschäftigung und ein möglichst selbstständiges Leben unterstützen.
Familienunterstützung und Beratung: Unterstützungsangebote für Familien, einschließlich Beratung und Entlastungspflege, helfen, die Anforderungen der Betreuung zu bewältigen und das familiäre Funktionieren zu stärken.
Medizinische Versorgung: Regelmäßige medizinische Betreuung zur Behandlung körperlicher Gesundheitsprobleme und zur Begleitung begleitender Erkrankungen oder Komplikationen.