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Alzheimer. Wie äußert es sich, Behandlung

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung und die häufigste Ursache von Demenz – einem Sammelbegriff für einen kognitiven Abbau, der so ausgeprägt ist, dass er den Alltag beeinträchtigt.

Alzheimer betrifft in erster Linie Gedächtnis, Denken und Verhalten und verschlechtert sich in der Regel im Laufe der Zeit.

Alzheimer. Wie äußert es sich, Behandlung geralt / Pixabay

Merkmale

Gedächtnisverlust

Das auffälligste frühe Symptom der Alzheimer-Krankheit ist die Schwierigkeit, sich an kürzlich erlebte Ereignisse zu erinnern. Mit Fortschreiten der Erkrankung verschlechtert sich auch das Langzeitgedächtnis, und Betroffene können vertraute Menschen, Orte und Erfahrungen vergessen.

Kognitiver Abbau

Sprachstörungen: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, Gesprächen zu folgen oder geschriebene und gesprochene Sprache zu verstehen.

Desorientierung: Verwirrtheit in Bezug auf Zeit, Datum oder Ort. Betroffene können sich selbst in vertrauter Umgebung verirren.

Einschränkung exekutiver Funktionen: Schwierigkeiten bei Planung, Problemlösung und der Ausführung von Aufgaben, die mehrere aufeinanderfolgende Schritte erfordern.

Eingeschränktes Urteilsvermögen: Treffen unangemessener Entscheidungen, verminderte Fähigkeit zur Risikobewertung oder Probleme im Umgang mit Finanzen.

Verhaltensbezogene und psychische Symptome

Stimmungsveränderungen: Angst, Depression, Apathie und Reizbarkeit sind häufig. Manche Betroffene zeigen Persönlichkeitsveränderungen oder werden misstrauischer und sozial zurückgezogener.

Schlafstörungen: Insomnie oder Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können auftreten und führen nicht selten zu nächtlicher Unruhe oder Umherwandern.

Halluzinationen und Wahnvorstellungen: In späteren Stadien können falsche Überzeugungen auftreten oder Betroffene sehen bzw. hören Dinge, die nicht real sind.

Körperlicher Abbau

In fortgeschrittenen Stadien verlieren Betroffene möglicherweise die Fähigkeit, grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebens wie Essen, Ankleiden oder Körperpflege selbstständig auszuführen.

Motorische Fähigkeiten: Koordinations- und Bewegungsstörungen können auftreten und zu Problemen beim Gehen, Gleichgewicht und Schlucken führen.

Ursachen und Risikofaktoren

Veränderungen im Gehirn: Die Alzheimer-Krankheit ist mit der Ablagerung von Amyloid-Plaques (abnorme Proteinansammlungen) und Tau-Fibrillen (verdrehte Proteinfasern) im Gehirn verbunden. Diese Veränderungen stören die Zellfunktion und führen zum Absterben von Nervenzellen.

Genetische Faktoren: Eine familiäre Vorgeschichte von Alzheimer erhöht das Risiko, insbesondere bei bestimmten genetischen Veränderungen wie im APOE-Gen (vor allem die APOE-ε4-Variante).

Alter: Das zunehmende Lebensalter ist der wichtigste Risikofaktor. Die meisten Menschen mit Alzheimer sind 65 Jahre oder älter, wobei eine früh einsetzende Alzheimer-Erkrankung bereits im Alter von 30 oder 40 Jahren auftreten kann.

Lebensstil- und Umweltfaktoren: Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen sowie mangelnde körperliche oder geistige Aktivität können zur Entwicklung der Alzheimer-Krankheit beitragen.

Behandlungsoptionen

Medikamente:
Cholinesterase-Hemmer – Medikamente wie Donepezil, Rivastigmin und Galantamin verbessern die Kommunikation zwischen Nervenzellen, indem sie den Spiegel des Neurotransmitters Acetylcholin erhöhen.
Memantin – reguliert die Aktivität von Glutamat, einem weiteren Neurotransmitter, der an Gedächtnis und Lernen beteiligt ist.
Symptomatische Medikamente – Antidepressiva, Antipsychotika oder Schlafmittel können eingesetzt werden, um Stimmungsschwankungen, Unruhe oder Schlafstörungen zu behandeln.

Lebensstil und unterstützende Maßnahmen:
Kognitive Therapie – geistig stimulierende Aktivitäten wie Rätsel, Lesen oder Gedächtnisübungen können helfen, den kognitiven Abbau zu verlangsamen.
Körperliche Aktivität – regelmäßige Bewegung kann die körperliche Funktionsfähigkeit erhalten und schützende Effekte auf die Gehirngesundheit haben.
Ernährung – eine herzgesunde Ernährung, wie die mediterrane Diät mit hohem Anteil an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten, kann das Risiko senken.
Sicherheitsmaßnahmen – Anpassungen der häuslichen Umgebung zur Unfallvermeidung sowie Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten.

Unterstützung für pflegende Angehörige: Die Pflege eines Menschen mit Alzheimer ist anspruchsvoll. Pflegende Angehörige benötigen häufig emotionale Unterstützung, Entlastungsangebote und Ressourcen, um mit der Situation besser umgehen zu können.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 29/09/2024

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