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Körperdysmorphe Störung

Die körperdysmorphe Störung ist durch eine obsessive Beschäftigung mit tatsächlichen oder wahrgenommenen Mängeln des körperlichen Erscheinungsbildes gekennzeichnet, die entweder geringfügig oder für andere nicht wahrnehmbar sind. Diese Beschäftigung kann zu erheblichem emotionalem Leid führen und die alltägliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Merkmale der körperdysmorphen Störung

Beschäftigung mit dem körperlichen Erscheinungsbild: Betroffene sind intensiv mit einem oder mehreren wahrgenommenen körperlichen Mängeln beschäftigt.

Verzerrtes Selbstbild: Der wahrgenommene Makel wird im Erleben der betroffenen Person häufig übertrieben, auch wenn er für andere nicht sichtbar ist.

Zwänge und zwanghafte Verhaltensweisen: Betroffene zeigen häufig wiederholte Verhaltensweisen, die darauf abzielen, den wahrgenommenen Makel zu überprüfen, zu verbergen oder zu verbessern. Dazu gehören unter anderem Spiegelkontrollen, übermäßige Körperpflege oder das ständige Einholen von Rückversicherungen durch andere.

Vermeidung und sozialer Rückzug: Aufgrund ihres Leidens vermeiden Betroffene soziale Situationen, isolieren sich oder verweigern sogar das Verlassen des Hauses.

Eingeschränkte Funktionsfähigkeit: Die Störung kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen und zu Problemen am Arbeitsplatz, in der Schule oder in persönlichen Beziehungen führen. Einige Betroffene suchen unnötige kosmetische Eingriffe auf, um den wahrgenommenen Makel zu „korrigieren“.

Körperdysmorphe Störung Velizar Ivanov / Unsplash

Ursachen und Risikofaktoren

Genetik: Eine familiäre Vorgeschichte von Zwangsstörungen oder anderen Angststörungen kann das Risiko erhöhen.

Umweltfaktoren: Kindheitserfahrungen wie Mobbing oder Kritik am Aussehen können zur Entwicklung dieser Störung beitragen.

Kultureller und sozialer Druck: Gesellschaftliche Schönheitsideale und mediale Darstellungen können ebenfalls eine Rolle bei der Auslösung oder Verschlimmerung der Störung spielen.

Neurobiologische Faktoren: Auffälligkeiten in der Gehirnfunktion, insbesondere in der Verarbeitung des Körperbildes und der Selbstwahrnehmung, stehen mit der körperdysmorphen Störung in Zusammenhang.

Häufige Verhaltensweisen

• Stundenlanges Grübeln über wahrgenommene Makel.
• Häufiges Vergleichen des eigenen Aussehens mit dem anderer.
• Wiederholtes Einholen von Rückversicherungen über das eigene Aussehen.
• Übermäßiger Einsatz von Make-up, Kleidung oder anderen Mitteln, um wahrgenommene Makel zu verbergen.
• Vermeidung von Spiegeln oder im Gegenteil zwanghaftes Kontrollieren derselben.

Behandlungsmöglichkeiten

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Die wirksamste Therapie bei körperdysmorpher Störung ist eine spezialisierte Form der KVT, die sich auf die Reduktion zwanghafter Verhaltensweisen und die Infragestellung verzerrter Überzeugungen über das Aussehen konzentriert.

Expositions- und Reaktionsverhinderung (ERP): Eine Form der KVT, bei der Betroffene schrittweise mit Situationen konfrontiert werden, die ihre Sorgen hinsichtlich des Aussehens auslösen, während sie davon absehen, zwanghafte Verhaltensweisen auszuführen.

Medikamentöse Behandlung: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) werden häufig eingesetzt, um obsessive Gedanken und zwanghafte Verhaltensweisen zu reduzieren.

Gruppentherapie und Selbsthilfegruppen: Der Austausch in einem unterstützenden Umfeld mit anderen Betroffenen kann zusätzliche emotionale Unterstützung und Bewältigungsstrategien bieten.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 28/08/2024

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