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ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung) ist eine neuroentwicklungsbedingte Störung, die in der Regel in der Kindheit beginnt und bis ins Erwachsenenalter fortbestehen kann.

Sie ist gekennzeichnet durch Symptome der Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, die stärker ausgeprägt, häufiger und beeinträchtigender sind als jene, die üblicherweise bei Personen im gleichen Entwicklungsstadium beobachtet werden.

ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung Tara Winstead / Pexels

Typen von ADHS

ADHS wird auf Grundlage der vorherrschenden Symptome in drei Haupttypen eingeteilt:

1. Vorwiegend unaufmerksamer Typ

• Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen aufrechtzuerhalten
• Häufige Flüchtigkeitsfehler bei Schulaufgaben oder anderen Tätigkeiten
• Wirkt oft, als höre die Person nicht zu, wenn sie direkt angesprochen wird
• Probleme bei der Organisation von Aufgaben und Aktivitäten
• Verliert häufig Gegenstände, die für Aufgaben benötigt werden (z. B. Schulmaterialien, Schlüssel)
• Leicht ablenkbar durch äußere Reize
• Vergesslichkeit bei alltäglichen Aktivitäten

2. Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ

• Zappelt häufig mit Händen oder Füßen oder rutscht auf dem Stuhl hin und her
• Schwierigkeiten, in Situationen sitzen zu bleiben, in denen dies erwartet wird
• Herumlaufen oder Klettern in unpassenden Situationen
• Unfähigkeit, ruhig zu spielen oder sich leise mit Aktivitäten zu beschäftigen
• Häufig „unter Strom“ oder handelt, als wäre sie „von einem Motor angetrieben“
• Übermäßiges Reden
• Unterbricht andere oder platzt in Gespräche hinein

3. Kombinierter Typ

• Dieser Typ umfasst sowohl Symptome der Unaufmerksamkeit als auch der Hyperaktivität-Impulsivität

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von ADHS ist nicht vollständig geklärt, es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination genetischer, umweltbedingter und neurologischer Faktoren beteiligt ist:

Genetik: ADHS tritt häufig familiär gehäuft auf, was auf eine erbliche Komponente hinweist.

Gehirnstruktur und -funktion: Unterschiede in der Gehirnstruktur, der Aktivität bestimmter Hirnareale sowie in der Funktion von Neurotransmittern wurden bei Menschen mit ADHS beobachtet.

Umweltfaktoren: Die Exposition gegenüber bestimmten Umweltgiften während der Schwangerschaft, ein niedriges Geburtsgewicht oder eine Frühgeburt können das Risiko für die Entwicklung von ADHS erhöhen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von ADHS umfasst häufig eine Kombination verschiedener Ansätze.

Medikamente: Stimulanzien (wie Methylphenidat und Amphetamine) werden häufig verschrieben und sind für viele Betroffene wirksam. Es stehen auch nicht-stimulierende Medikamente zur Verfügung.

Verhaltenstherapie: Dazu gehören Strategien zur Verhaltenssteuerung, zur Verbesserung der Organisation und zur Entwicklung von Bewältigungsmechanismen. Elterntrainings und schulische Interventionen können insbesondere für Kinder sehr hilfreich sein.

Aufklärung und Unterstützung: Wissen über ADHS ist für Betroffene, Familienangehörige und Lehrkräfte von großer Bedeutung. Anpassungen in Schule oder am Arbeitsplatz können erforderlich sein.

Lebensstiländerungen: Regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und ausreichender Schlaf können sich positiv auf die ADHS-Symptome auswirken.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 29/09/2024

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