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Zwanghaftes Horten

Die Hortungsstörung ist eine psychische Erkrankung, die durch anhaltende Schwierigkeiten gekennzeichnet ist, Gegenstände wegzuwerfen oder sich von ihnen zu trennen, unabhängig von ihrem tatsächlichen Wert. Dies führt zu einer exzessiven Ansammlung von Gegenständen und häufig zu überfüllten Wohnräumen, die das tägliche Funktionieren beeinträchtigen können.

Merkmale der Hortungsstörung

Anhaltende Schwierigkeiten beim Wegwerfen von Gegenständen: Menschen mit Hortungsstörung erleben intensive Angst und starkes Unbehagen bei dem Gedanken, sich von Besitz zu trennen, selbst wenn diese Gegenstände von anderen als nutzlos oder wertlos angesehen werden.

Ausgeprägte Unordnung: Die Ansammlung von Gegenständen führt häufig zu überfüllten Wohnräumen, die schwer zu betreten oder zu nutzen sind. Beispielsweise können Räume so stark gefüllt sein, dass Betten, Küchen oder Badezimmer unbenutzbar werden.

Starke emotionale Bindung an Besitz: Betroffene empfinden oft eine tiefe emotionale Verbindung zu ihren Gegenständen und sehen sie als wichtig, wertvoll oder unersetzlich an. Manche glauben, dass die Gegenstände in Zukunft benötigt werden oder einen sentimentalen Wert haben.

Erheblicher Leidensdruck und Beeinträchtigung: Die Störung kann erhebliches Leid verursachen und zu sozialer Isolation, familiären Konflikten, finanziellen Schwierigkeiten sowie Gesundheitsrisiken aufgrund unhygienischer Bedingungen oder Sicherheitsgefahren wie Brandrisiken oder blockierten Ausgängen führen.

Vermeidung und Entscheidungsunfähigkeit: Menschen mit Hortungsstörung haben häufig Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung, was zu Vermeidungsverhalten führt. Sie vermeiden das Aufräumen oder Organisieren, da sie sich von dem Gedanken überfordert fühlen, entscheiden zu müssen, was behalten oder weggeworfen werden soll.

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Häufig gehortete Gegenstände

• Papiere, Zeitungen, Zeitschriften oder unerwünschte Post
• Kleidung
• Kisten oder Behälter
• Alte Geräte oder kaputte Gegenstände
• Lebensmittel oder verderbliche Waren (in extremen Fällen)
• Sentimentale Gegenstände wie Grußkarten oder Geschenke

Ursachen und Risikofaktoren

Genetik: Eine familiäre Vorgeschichte von Hortungsstörung, Angststörungen oder Zwangsstörungen kann das Risiko erhöhen.

Traumatische oder belastende Lebensereignisse: Horten kann durch traumatische Ereignisse wie den Verlust eines geliebten Menschen, eine Scheidung oder eine bedeutende Lebensveränderung ausgelöst werden.

Persönlichkeitsmerkmale: Personen mit Perfektionismus, Entscheidungsunfähigkeit oder Schwierigkeiten bei Planung und Organisation sind anfälliger für Hortungsverhalten.

Behandlungsoptionen

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Speziell auf die Hortungsstörung zugeschnitten, hilft sie den Betroffenen, die Gedanken und Emotionen hinter ihrem Verhalten zu verstehen. Die Therapie konzentriert sich auf das Erlernen von Entscheidungs- und Organisationsfähigkeiten sowie auf den schrittweisen Abbau der Unordnung.

Expositionstherapie: Dieser Ansatz beinhaltet die schrittweise Konfrontation mit der Angst vor dem Wegwerfen von Gegenständen in einem unterstützenden Umfeld und hilft der Person, Toleranz zu entwickeln und den Drang zum Horten zu reduzieren.

Medikation: In einigen Fällen können Antidepressiva, insbesondere SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), verschrieben werden, um Angstzustände und zwanghafte Symptome zu lindern.

Selbsthilfegruppen und Einbeziehung der Familie: Gruppentherapie und die Unterstützung durch Familienmitglieder können entscheidend sein, um während des Aufräumprozesses Ermutigung und Motivation zu bieten.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 28/08/2024

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