Es handelt sich um eine psychische Erkrankung, die sich entwickeln kann, nachdem eine Person ein traumatisches Ereignis erlebt oder miterlebt hat. Zu diesen Ereignissen können Naturkatastrophen, schwere Unfälle, terroristische Handlungen, Krieg oder Kampfhandlungen, sexuelle Gewalt oder andere lebensbedrohliche Situationen gehören.
PTBS kann intensive, belastende Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit dem Trauma hervorrufen, die noch lange nach dem Ereignis anhalten.
RDNE Stock project / Pexels
• Intrusive Erinnerungen: wiederkehrende, ungewollte und schmerzhafte Erinnerungen an das traumatische Ereignis
• Flashbacks, bei denen die Person das Gefühl hat, das Trauma erneut zu erleben
• Albträume im Zusammenhang mit dem Trauma
• Starke emotionale oder körperliche Reaktionen auf Erinnerungen an das Ereignis (Auslöser)
• Vermeidung: Meidung von Orten, Menschen, Aktivitäten oder Gedanken, die an das traumatische Ereignis erinnern
• Weigerung, über das Trauma zu sprechen oder sich mit irgendeinem Aspekt davon auseinanderzusetzen
• Negative Veränderungen von Stimmung und Denken: anhaltend negative Gedanken über sich selbst, andere oder die Welt
• Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Scham, Schuld oder Selbstvorwürfen
• Gedächtnisprobleme, insbesondere im Zusammenhang mit dem traumatischen Ereignis
• Rückzug von Freunden und Familie, Gefühl von emotionaler Taubheit oder Distanz
• Verlust des Interesses an früher als angenehm empfundenen Aktivitäten
• Leicht erschreckt oder schreckhaft
• Ständige Wachsamkeit (Hypervigilanz)
• Schlaf- oder Konzentrationsschwierigkeiten
• Reizbarkeit, Wutausbrüche oder aggressives Verhalten
• Selbstschädigendes Verhalten, wie Substanzmissbrauch oder riskantes Fahren
Akute PTBS
Die Symptome dauern zwischen 1 und 3 Monaten nach dem Trauma an.
Chronische PTBS
Die Symptome halten länger als 3 Monate an.
Komplexe PTBS
Resultiert aus wiederholten oder lang andauernden Traumata (z. B. langfristiger Missbrauch, Gefangenschaft).
PTBS mit verzögertem Beginn
Die Symptome treten mehr als 6 Monate nach dem traumatischen Ereignis auf.
Obwohl grundsätzlich jeder nach einem Trauma eine PTBS entwickeln kann, erhöhen bestimmte Faktoren die Wahrscheinlichkeit:
Schwere und Dauer des Traumas: Langanhaltende oder besonders schwere Traumata führen häufiger zu einer PTBS.
Frühere Traumata: Personen mit früheren traumatischen Erfahrungen sind oft vulnerabler.
Psychische Vorerkrankungen: Eine familiäre Vorgeschichte von Angststörungen, Depressionen oder PTBS kann das Risiko erhöhen.
Mangelnde Unterstützung: Fehlende soziale oder emotionale Unterstützung nach einem Trauma kann die Symptome verschlimmern.
Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit: Frühkindliche Traumata erhöhen das Risiko, später im Leben eine PTBS zu entwickeln.
Psychotherapie:
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) – fokussiert auf das Erkennen und Verändern negativer Denk- und Verhaltensmuster.
Zwei häufig eingesetzte Formen der KVT sind die kognitive Verarbeitungstherapie (hilft, dysfunktionale Überzeugungen im Zusammenhang mit dem Trauma zu hinterfragen und zu verändern) und die prolongierte
Expositionstherapie (beinhaltet die schrittweise Konfrontation mit traumabezogenen Erinnerungen, Gefühlen und Situationen, um deren Wirkung zu reduzieren).
Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) – kombiniert Exposition mit geführten Augenbewegungen zur Verarbeitung und Integration traumatischer Erinnerungen.
Gruppentherapie – bietet Unterstützung und ein Gemeinschaftsgefühl unter Menschen mit ähnlichen traumatischen Erfahrungen.
Medikamente:
Antidepressiva – selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Sertralin und Paroxetin werden häufig verschrieben.
Angstlösende Medikamente – können kurzfristig bei starker Angst hilfreich sein.
Prazosin – wird häufig eingesetzt, um PTBS-bedingte Albträume zu reduzieren oder zu stoppen.
Lebensstil:
Achtsamkeit und Entspannungstechniken – Praktiken wie Meditation, tiefe Atmung und Yoga können helfen, Symptome zu lindern.
Regelmäßige körperliche Aktivität – Bewegung kann die Stimmung verbessern und Stress reduzieren.
Gesunde Routinen – regelmäßiger Schlaf, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Substanzen wie Alkohol tragen zur Stabilität bei.
Unterstützungsnetzwerke: Der Kontakt zu nahestehenden Personen oder der Beitritt zu Selbsthilfegruppen kann Gefühle der Isolation verringern und Ermutigung bieten.