Die Bindungstheorie befasst sich mit den Beziehungen, die zwischen Säuglingen und ihren primären Bezugspersonen entstehen, sowie damit, wie diese Bindungen spätere Beziehungen und die emotionale Gesundheit beeinflussen. Bowlby ging davon aus, dass frühe Beziehungen als Modell für die spätere soziale und emotionale Funktionsweise dienen.
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Sichere Bindung: Eine gesunde Beziehung zwischen Kind und Bezugsperson, in der sich das Kind sicher fühlt und die Umwelt erkunden kann, im Wissen, zu einer verlässlichen Bezugsperson zurückkehren zu können.
Unsichere Bindung: Inkonsequente oder vernachlässigende Fürsorge kann zu unsicheren Bindungsstilen führen, wie zum Beispiel:
Vermeidende Bindung: Das Kind kann emotional distanziert werden und vermeidet es, bei der Bezugsperson Trost zu suchen.
Ängstlich-ambivalente Bindung: Das Kind kann übermäßig anhänglich und ängstlich sein und ist unsicher, ob die Bezugsperson seine Bedürfnisse erfüllen wird.
Desorganisierte Bindung: Das Kind zeigt verwirrtes oder widersprüchliches Bindungsverhalten, häufig als Folge von Missbrauch oder traumatischen Erfahrungen.
Diese Theorien konzentrieren sich auf den Einfluss unbewusster Prozesse, frühkindlicher Erfahrungen und zwischenmenschlicher Beziehungen auf die Entwicklung von Verhalten, Persönlichkeit und emotionalem Erleben. Sie beruhen auf der Annahme, dass unbewusste Prozesse, die häufig früh im Leben entstehen, das bewusste Denken und Verhalten maßgeblich beeinflussen.