Es gibt zwei Formen des Glücks, aber nur eine führt zu dauerhaftem Wohlbefinden. Die meisten von uns hängen an der ersten und vergessen die zweite, was uns mit einem niedrigen Maß an Wohlbefinden zurücklässt. Die gute Nachricht ist: Du kannst etwas dagegen tun.
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Hedonisches Glück – man denke an Sex, Drogen und Rock’n’Roll – umfasst alle sinnlichen Freuden: Essen, Geld, sogar Ruhm und Popularität. Diese Erfahrungen bieten einen kurzen Höhepunkt, gefolgt von einem Absturz, der nach mehr verlangen lässt.
Oft verbinden wir Glück direkt mit Vergnügen und stellen es uns als eine Abfolge aufregender, unterhaltsamer oder sinnlicher Momente vor. Während hedonisches Glück entzückende Ausbrüche von Freude bietet, seien wir ehrlich: Diese Momente sind kurzlebig. Sobald der anfängliche Kick nachlässt, beginnen wir erneut zu suchen – sei es durch einen Lieblingsfilm oder ein opulentes Essen –, gefangen auf dem „hedonischen Laufband“ der Jagd nach vergänglichen Genüssen.
Häufig wird uns die Idee verkauft, Glück könne man kaufen – dass ein neues Gadget oder ein Luxusurlaub die innere Leere füllen würde. Dennoch berichten Menschen in stärker materialistischen Gesellschaften oft, dass sie sich weniger erfüllt fühlen, manchmal sogar depressiver. Dies verdeutlicht die Falle des hedonistischen Glücks: So verlockend es auch sein mag, führt es häufig zu einem Gefühl der Leere, wenn die Vergnügungen verblassen. Wie können wir mehr dauerhaftes Glück in unser Leben bringen?
Eudaimonisches Glück verlagert den Fokus von persönlichem Vergnügen hin zu etwas Größerem – Verbundenheit, Dienst am Anderen und ein Gefühl von Sinn. Diese Art von Glück nährt uns und trägt zu einer anhaltenden Zufriedenheit bei.
Anderen etwas zu geben kann das Wohlbefinden sogar stärker steigern als Geld für sich selbst auszugeben. Ein aufschlussreiches Experiment, veröffentlicht in der Zeitschrift Science von Professorin Elizabeth Dunn von der University of British Columbia, zeigte, dass Teilnehmende, die Geld erhielten und angewiesen wurden, es für andere auszugeben, sich signifikant glücklicher fühlten als jene, die es für sich selbst verwendeten. Neurowissenschaftliche Studien von Jordan Grafman und anderen zeigen zudem, dass das Geben sogar angenehmer sein kann als das Empfangen.
Diese Erkenntnis gilt sogar für Kleinkinder! Eine aktuelle Studie von Lara Aknin und Kolleg:innen von der University of British Columbia zeigte, dass selbst Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren mehr Glück empfinden, wenn sie Süßigkeiten an andere verschenken, als wenn sie diese selbst erhalten. Bemerkenswert ist, dass dieser Trend weltweit zu beobachten ist – unabhängig vom Wohlstand eines Landes. Eine weitere Studie fand eine starke Korrelation zwischen der Höhe der Ausgaben für andere und dem persönlichen Wohlbefinden – unabhängig von Einkommen, sozialer Unterstützung, wahrgenommener Freiheit und nationaler Korruption.
Eudaimonie bedeutet nicht, dass man Geld für andere ausgeben muss. Jede Form von Unterstützung oder Hilfe kann zu dieser Art von Glück beitragen. Einer der Gründe, warum Mitgefühl unser Wohlbefinden steigern kann, liegt darin, dass es unseren Blick über uns selbst hinaus erweitert. Forschungen zeigen, dass Depression und Angst mit einem Zustand starker Selbstfokussierung verbunden sind – einer Beschäftigung mit „ich, ich und ich“. Wenn du etwas für jemand anderen tust, verschiebt sich dieser Fokus hin zu den anderen. Denk an das letzte Mal, als du jemandem geholfen hast – wahrscheinlich hat es dir ein gutes Gefühl gegeben, unabhängig davon, wie du dich zuvor gefühlt hast.
Darüber hinaus kann die Kultivierung von Mitgefühl unser Gefühl der Verbundenheit mit anderen stärken. Eine eindrucksvolle Studie zeigte, dass fehlende soziale Verbundenheit ein größerer Risikofaktor für die Gesundheit ist als Fettleibigkeit, Rauchen oder Bluthochdruck. Menschen, die sich stärker mit anderen verbunden fühlen, weisen niedrigere Raten von Angst und Depression auf und verfügen über ein höheres Selbstwertgefühl. Sie sind tendenziell empathischer, vertrauensvoller und kooperativer und schaffen so eine positive Rückkopplungsschleife aus sozialem, emotionalem und körperlichem Wohlbefinden.
Eine Studie von Barbara Fredrickson und Steve Cole zeigt, dass Personen, die ihr Glück hauptsächlich aus hedonistischen Aktivitäten beziehen, ähnliche Entzündungswerte aufweisen wie Menschen, die unter chronischem Stress leiden. Im Gegensatz dazu zeigen Menschen, die Freude durch bedeutsame Beziehungen und ein Gefühl von Sinn finden – das, was wir eudaimonisches Glück nennen –, deutlich niedrigere Entzündungswerte. Dies deutet darauf hin, dass tiefere Erfüllung eine schützende Wirkung auf unser Wohlbefinden hat.
Verbinde dich mit deinen Liebsten: Nimm dir Zeit für Familie und Freunde. Teilt bedeutungsvolle Gespräche und Erfahrungen, die eure Bindungen stärken.
Gib etwas zurück: Suche nach Möglichkeiten, deiner Gemeinschaft zu dienen. Ehrenamtliches Engagement kann ein tiefes Gefühl von Sinn und Erfüllung vermitteln.
Erkunde Spiritualität: Ob durch organisierte Religion, persönliche Reflexion oder die Wertschätzung von Natur und Kunst – die Pflege deiner spirituellen Seite kann deinem Leben mehr Tiefe verleihen.
Übe Dankbarkeit: Reflektiere regelmäßig darüber, wofür du dankbar bist. Diese Verschiebung des Fokus kann dir helfen, das wirklich Wichtige wertzuschätzen.
Förder persönliches Wachstum: Investiere in Selbsterkenntnis und persönliche Entwicklung. Verfolge Aktivitäten, die dich herausfordern und dir ein Gefühl von Erfolg vermitteln.
Umarme eine ganzheitliche Sicht auf Glück: Genieße sowohl den Kick des Vergnügens als auch den Reichtum von Sinn. Indem du dieses Gleichgewicht lebst, kannst du dich durch die wunderschöne Landschaft des Glücks bewegen und ein Leben gestalten, das nicht nur angenehm, sondern auch tief erfüllend ist.