Kognitive Verzerrungen sind systematische Fehler in der Art und Weise, wie wir denken, Informationen interpretieren und die Realität wahrnehmen. Diese Verzerrungen können unsere Urteile, Entscheidungen und Emotionen beeinflussen und zu Problemen wie Angst, Depression und dem allgemeinen Wohlbefinden beitragen.
Freepik
Katastrophisieren: eine kognitive Verzerrung, bei der eine Person eine Situation oder ein Ereignis als viel schlimmer wahrnimmt, als es in Wirklichkeit ist. Diese Tendenz, die schlimmstmöglichen Ergebnisse vorwegzunehmen, kann Angst, Stress und Pessimismus erzeugen.
Schwarz-weiß-Denken (oder dichotomes Denken): Situationen ausschließlich in absoluten Kategorien wahrzunehmen, ohne Grautöne zuzulassen. Zum Beispiel anzunehmen, dass ein Misserfolg in einem Bereich einem vollständigen Versagen gleichkommt.
Übergeneralisierung: das Ziehen allgemeiner Schlussfolgerungen auf der Grundlage eines einzelnen Vorfalls oder begrenzter Erfahrungen. Zum Beispiel zu glauben, dass, wenn eine Person aus einer bestimmten ethnischen Gruppe ein negatives Verhalten gezeigt hat, alle Menschen aus dieser Gruppe sich genauso verhalten.
Selektiver Filter: die Fokussierung auf negative Details und das Ignorieren positiver Aspekte. Zum Beispiel einen angenehmen Tag zu haben, sich aber ausschließlich auf einen einzigen kritischen Kommentar zu konzentrieren.
Minimieren/Maximieren: die Bedeutung eines Ereignisses oder einer Emotion über- oder unterzubewerten. Zum Beispiel ein Kompliment als unbedeutend wahrzunehmen oder einen kleinen Fehler in eine echte Katastrophe zu verwandeln.
Gedankenlesen: zu glauben, zu wissen, was andere über einen denken, ohne dafür Beweise zu haben. Zum Beispiel anzunehmen, dass jemand einen negativ beurteilt, ohne konkrete Hinweise.
Etikettierung: das Anbringen eines negativen Etiketts an einer Person oder Situation auf der Grundlage eines einzelnen Verhaltens. Zum Beispiel nach einem Fehler zu sagen „Ich bin ein Versager“, anstatt anzuerkennen, dass man einen Fehler gemacht hat.
Emotionales Schlussfolgern: persönliche Gefühle als objektive Wahrheiten zu betrachten. Zum Beispiel zu glauben, dass man wirklich inkompetent ist, nur weil man sich unsicher fühlt.
„Sollte“-Denken: die Konzentration darauf, was man „sollte“ oder „nicht sollte“ tun oder sein, was zu unnötiger Frustration und Schuldgefühlen führt.
Bewusstheit: das Erkennen kognitiver Verzerrungen in dem Moment, in dem sie auftreten, ist der erste Schritt, um ihnen entgegenzuwirken.
Rationales Denken: das Hinterfragen negativer Gedanken durch die Bewertung von Beweisen und die Suche nach einer ausgewogeneren Perspektive.
Achtsamkeitspraxis: die Kultivierung bewusster Aufmerksamkeit kann helfen, automatische Reaktionen zu reduzieren und klareres Denken zu fördern.
Suche nach Unterstützung: das Besprechen von Gedanken und Emotionen mit Freund:innen, Familie oder einer Fachperson kann neue Perspektiven eröffnen und Unterstützung im Prozess der Gedankenveränderung bieten.
Durch das Bewusstwerden und den Umgang mit kognitiven Verzerrungen können wir unsere Entscheidungsfindung verbessern und ein ausgewogeneres und erfüllteres Leben führen.