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Achtsamkeit im Alltag. Wie man das Beste aus dem gegenwärtigen Moment macht

Achtsamkeit bedeutet, sich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren. Sie beinhaltet, die eigenen Empfindungen, Gefühle, Gedanken und die Umgebung mit einer Haltung der Akzeptanz wahrzunehmen.

Zu den potenziellen Vorteilen der Achtsamkeit zählen die Reduktion von Stress und Depressionen, die Verbesserung des Gedächtnisses sowie die Stärkung von Beziehungen.

In einer umfassenden Analyse von mehr als 400 früheren Studien wurde festgestellt, dass Achtsamkeit eine wirksame Praxis für die psychische Gesundheit ist und zur Verbesserung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens beiträgt.

Achtsamkeit im Alltag. Wie man das Beste aus dem gegenwärtigen Moment macht Simon Wilkes / Unsplash

Verringerung von Depressionen

Die Reduktion depressiver Symptome ist einer der wichtigen Vorteile der Achtsamkeit. Sie kann helfen, Symptome von Depressionen zu lindern und Rückfällen in der Zukunft vorzubeugen.

Die auf Achtsamkeit basierende kognitive Therapie (MBCT) ist eine Therapieform, die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mit achtsamkeitsbasierter Stressreduktion (MBSR) kombiniert. Es handelt sich um eine relativ kurze Therapie, die über einen Zeitraum von acht Wochen in Gruppensitzungen durchgeführt wird und Achtsamkeitspraktiken integriert.

Neben Achtsamkeitsübungen umfasst MBCT auch andere Aktivitäten wie Meditation, Body-Scan-Übungen und Yoga, um Menschen dabei zu helfen, bewusster zu werden und ihre Gedanken zu akzeptieren.

Erleichtert die Emotionsregulation

Ein weiterer potenzieller Vorteil der Achtsamkeitspraxis besteht darin, dass sie dabei helfen kann, Gefühle zu erkennen und zu regulieren. Emotionsregulation bezieht sich auf die Fähigkeit, Kontrolle über die eigenen Emotionen auszuüben – das heißt, Emotionen je nach Situation und Bedarf zu verstärken oder zu reduzieren.

Diese Fähigkeit spielt eine wichtige Rolle für das psychische Wohlbefinden, und Schwierigkeiten in der Emotionsregulation stehen im Zusammenhang mit verschiedenen psychischen Störungen, darunter Depressionen und die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS).

Die Vorteile der achtsamkeitsbasierten Emotionsregulation können dabei helfen, besser mit Gefühlen umzugehen und letztlich viele Lebensbereiche, einschließlich Beziehungen und allgemeines Wohlbefinden, zu verbessern.

Reduziert Angst und Stress

Chronischer Stress ist ein erhebliches Problem, das zu einer Vielzahl gesundheitlicher Schwierigkeiten beitragen kann, einschließlich eines erhöhten Risikos für Depressionen und Angststörungen. Laut der American Psychological Association kann Achtsamkeit dabei helfen, Gefühle von Angst und Stress zu lindern.

Ein Ansatz, bekannt als achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), ist ein achtwöchiges Programm, das Elemente der Achtsamkeit und des Yoga kombiniert, um Menschen dabei zu helfen, mit Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen umzugehen, die zu Stress beitragen.

Verbessert das Gedächtnis

In einer Studie aus dem Jahr 2019 erhielten die Teilnehmenden entweder vier Wochen Achtsamkeitstraining oder nahmen an einem Kurs für kreatives Schreiben teil. Gedächtnistests zeigten, dass diejenigen, die in Achtsamkeitspraktiken geschult wurden, die größten Reduktionen proaktiver Interferenzen aufwiesen, was zu Verbesserungen ihres Kurzzeitgedächtnisses führte.

Die Teilnehmenden zeigten nicht nur Verbesserungen der Gedächtnisleistung, sondern auch Veränderungen im Gehirn. Bildgebende Verfahren zeigten Volumenveränderungen im Hippocampus – einer Gehirnregion, die mit dem Gedächtnis in Verbindung steht.

Optimiert kognitive Prozesse

Achtsamkeit hilft nicht nur dabei, sich besser zu konzentrieren oder sich Dinge leichter zu merken – es gibt Hinweise darauf, dass sie tatsächlich eine Rolle für flexibles und klares Denken spielt.

Zu den wichtigen kognitiven Fähigkeiten, die mit Achtsamkeit verbunden sind, gehören:

• Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten (anhaltende Aufmerksamkeit)
• Die Fähigkeit, Gedanken und Aufmerksamkeit trotz äußerer Ablenkungen zu wechseln (kognitive Flexibilität)
• Die Unterdrückung anderer Gedanken, die die Fokussierung beeinträchtigen (kognitive Inhibition)

Stärkt Beziehungen

Die Praxis der Achtsamkeit kann sich positiv auf zwischenmenschliche Beziehungen auswirken. Eine Studie aus dem Jahr 2018 ergab, dass achtsamere Menschen dazu neigen, die Fehler und Unvollkommenheiten ihres Partners eher zu akzeptieren.

Anstatt sich auf die Schwächen des Partners zu konzentrieren und ihn verändern zu wollen, hilft Achtsamkeit dabei, zu akzeptieren, dass der Partner nicht immer perfekt ist.

Es wurde gezeigt, dass ein Behandlungsansatz namens achtsamkeitsbasierte Beziehungsverbesserung (MBRE) dazu beiträgt, die Akzeptanz des Partners, die Beziehungszufriedenheit, Empathie und das Wohlbefinden zu verbessern.

Bessere körperliche Gesundheit

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Achtsamkeit zur Linderung der Symptome verschiedener körperlicher Erkrankungen beitragen kann. Achtsamkeitspraktiken wurden mit Verbesserungen bei Rückenschmerzen, rheumatoider Arthritis, Psoriasis, Typ-2-Diabetes und Fibromyalgie in Verbindung gebracht.

Autor: Ema D.
Aktualisiert: 11/10/2024

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